Archiv der Kategorie 'Umfragen'

Bericht über die Betriebsversammlungen zur Arbeitszeitvereinbarung

MUW-Betriebsversammlung 4.11.09

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

   Am 3.11. hat eine Teilbetriebsversammlung der Klinik für Anästhesie mit 150 Anwesenden und am 4.11. eine Betriebsversammlung mit ca. 300 TeilnehmerInnen aus sämtlichen Bereichen am AKH stattgefunden. Hauptthema war die anstehende Verlängerung der Betriebsvereinbarung, die verlängerte Dienste (Journaldienste) ermöglicht. Wie berichtet, benötigen wir so eine Betriebsvereinbarung um auch im Jahr 2010 Journaldienste, wie gewohnt, leisten zu dürfen.

   Ohne Betriebsvereinbarung beträgt die maximal erlaubte Arbeitszeit pro Tag 13 Stunden, was ein Funktionieren des AKH im Jahr 2010 unmöglich machen würde.

   Das Rektorat beabsichtigt diese Vereinbarung nur zu unterzeichnen, wenn alternativen Dienstzeitmodellen mit Einkommensverlusten und verschobenen Diensten an den Kliniken für Anästhesie, Chirurgie und Notfallmedizin zugestimmt wird.

   Die Klinik für Anästhesie hat in der Teilbetriebsversammlung geschlossen eine isolierte Arbeitszeitvereinbarung nur für ihre Klinik abgelehnt (147 von 150 Stimmen dagegen). Bei der Betriebsversammlung sämtlicher Kliniken wurde den genannten 3 Kliniken die Solidarität ausgesprochen und mehrheitlich bei fehlender Betriebsvereinbarung der Dienst nach Gesetz (Dienst nach Vorschrift) beschlossen. Somit wird die vom Rektorat vorgeschlagene Lösung von einem großen Teil der wissenschaftlichen Belegschaft der MUW abgelehnt. Auch innerhalb des Betriebsrates besteht selbstverständlich keine Bereitschaft der Entsolidarisierung und der Zustimmung zu Einzellösungen an ausgewählten Kliniken.

   Unsere Forderung bleibt daher aufrecht: Abschluss einer gemeinsamen Betriebsvereinbarung und Aufstockung des ärztlichen Personals bis zur Gewährleistung der Rechtskonformität unter Berücksichtigung der Lehre und Forschung zumindest im Sinne des § 29(5) Universitätsgesetz 2002 (*). Gleichzeitig müssen die Abgeltung von Überstunden aus der ärztlichen Tätigkeit, die Eintragbarkeit der echten geleisteten Arbeitszeit im EDM und die Schaffung von adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen gewährleistet sein.

   Die nächste Verhandlungsrunde mit dem Rektorat zu diesem Thema findet am 9.11. statt. Wir werden weiter berichten und sobald als möglich informieren, wie im Falle einer fehlenden Betriebsvereinbarung 2010 vorgegangen werden soll.

   Für den Betriebsrat

Thomas Szekeres, Ingwald Strasser, Wolfgang Baumgartner, Anita Holzinger

___________________________

(*)  LINK zum Beitrag:  §29 Abs.5 des UG 2002

cc: In den Kopien dieses Briefes an den Uni-Ratsvorsitzenden Dr. E. Busek, AKH-Direktor Prof. R. Krepler, das Büro der Stadträtin für Gesundheit und das Büro des Wissenschaftsministers wurde auch auf die ohne Personalaufstockung drohende Funktionsunfähigkeit des AKH hingewiesen


UMFRAGE: Beschwerden der MUW-MitarbeiterInnen betreffs AKH-ISO-Zertifizierung

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Wie sie wissen, soll das gesamte AKH ISO zertifiziert werden, was in Zeiten hoher und nachhaltig geforderter Qualitätsstandards sicher ein wichtiger Schritt ist. Zur Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems, welches Voraussetzung für eine erfolgreiche Zertifizierung ist, werden an praktisch allen Abteilungen auch Ärztinnen und Ärzte eingesetzt.

Es haben uns in diesem Zusammenhang eine Reihe von Beschwerden erreicht:

  • es fehlt offenbar teilweise die entsprechende QM-Ausbildung
  • die ärztliche/wissenschaftliche Tätigkeit (auch Facharzt-Ausbildung) wird durch diese Tätigkeit beeinträchtigt
  • es fehlt ausreichender administrativer Support…

Wir versuchen nunmehr in Zusammenarbeit mit Rektor Schütz Defizite in diesem Zusammenhang zu beheben. Es haben uns sicher nicht alle Betroffenen von Problemen bei der Abwicklung des  Zertifizierungsprozesses  informiert. Wir ersuchen auf diesem Wege (und per Rund-E-Mail) alle Ärztinnen und Ärzte bzw. wissenschaftliche MitarbeiterInnen der MUW, die Aufgaben im Rahmen der ISO Zertifizierung übernommen haben und nun Schwierigkeiten bei der Umsetzung haben, uns gegebenenfalls unter br-wp@medunwien.ac.at zu kontaktieren. Wir werden dann die Probleme sammeln und geschlossen dem Rektor übermitteln. So hoffen wir, dass Ihnen die benötigten QM-Ausbildungen und der notwendige Support für eine reibungslose Zertifizierung des AKH zur Verfügung gestellt werden wird.

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich jederzeit zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Szekeres  und  Ingwald Strasser,
für den Betriebsrat des wiss. Personals

E-Mail: br-wp@meduniwien.ac.at,
Weitere Kontakte. 

Siehe auch: Info- und Beschwerdebrief an den Rektor

Betriebsrat kritisiert Arbeitsbedingungen der MUW-ÄrztInnen

Betriebsratsvorsitzender Thomas Szekeres im Interview in der heutigen Printausgabe der „Presse“, 9.3.2009:

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Die Uni-Ärzte am Wiener AKH sind total im Spitalsbetrieb eingesetzt, sie kommen nicht mehr zum Forschen.
Thomas Szekeres: Ja, wir haben eine Umfrage: Die Kolleginnen und Kollegen geben an, dass sie über 80 Prozent ihrer Zeit mit der Routineversorgung von Patienten beschäftigt sind – bei einer durchschnittlichen 70-Stunden-Arbeitswoche. Gleichzeitig gibt es einen Bedarf an zusätzlichen 150 Ärzten im AKH. Das wird auch vom Rektorat und Uni-Rat so gesehen. Wir hoffen, dass eine Finanzierung für diese Stellen möglich wird.

Die Presse: Was sind die vordringlichen Forschungsbereiche?
Szekeres: Die Universität benennt Schwerpunkte in der Forschung, wobei Immunologie, Onkologie und Hirnforschung Schwerpunkte sind, in denen seit Jahren erfolgreich geforscht wird.

Die Presse: Es wird im Sparbudget kaum das geforderte Personal geben. Welchen Ausweg schlagen Sie vor?
Szekeres: Man muss für die erforderlichen Stellen Geld in die Hand nehmen, es ist auch notwendig, den Kollektivvertrag zu finanzieren (siehe auch Rektorenmeinungen dazu), weil nur dadurch die Einstiegsgehälter auf ein international konkurrenzfähiges Niveau angehoben werden können.

Die Presse: Wer soll das für das AKH, das größte Spital Wiens, finanzieren?
Szekeres: An sich sind sämtliche Ärzte des AKH Mitarbeiter der Medizin-Uni, sie werden durch das Wissenschaftsbudget finanziert. Die finanzielle Vereinbarung über den sogenannten klinischen Mehraufwand erfolgt zwischen der Universität und der Stadt Wien. Der Vertrag läuft bis 2013. Unser unmittelbarer Ansprechpartner ist Minister Hahn. Was notwendig wäre, ist die Definition des Leistungsumfanges des AKH, die ist nie erfolgt. Etwa, wie viele Patienten und welche Patienten behandelt werden sollen.

Die Presse: Der Kollektivvertrag lässt noch auf sich warten. Was sind Ihre Erwartungen für die neue Regelung?
Szekeres: Der neue Kollektivvertrag würde zwei wesentliche Vorteile bringen: Der erste wäre eine flachere Gehaltskurve, das heißt, man beginnt mit höheren Einstiegsgehältern, was sinnvoll ist, weil die Uni für Jüngere attraktiver werden würde. Das Zweite, was notwendig ist, ist ein österreichweites Karrieremodell, das auch einen Wechsel zwischen den Universitäten erlaubt und begabten, erfolgreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Perspektive bietet. Im Moment ist das leider nicht der Fall.
(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 09.03.2009)
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Tatsächliche Arbeitszeit der MUW-ÄrztInnen (Umfrageergebnisse)

Apropos ärztliche Arbeitsbelastung:

Der Betriebsrat hat im Sommer 08 eine Umfrage zur tatsächlichen Arbeitszeit der Ärztinnen und Ärzte an der MUW durchgeführt. Außerdem wurde nach der Verteilung dieser Arbeitszeit auf die Aufgabenfelder Forschung/Lehre bzw. Patientenversorgung gefragt. 244 Personen haben geantwortet, das entspricht 13,5 % aller MUW-Ärztinnen und -Ärzte.
Die Frage „Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie insgesamt (inkl. Journaldienste)?“ ergab eine durchschnittliche Arbeitszeit von 69,7 Stunden. Dabei gaben 40% der Befragten an, mehr als die erlaubte Höchstarbeitszeit von 72 Stunden pro Woche beschäftigt zu sein.

Folgende weitere Fragen waren gestellt  worden:
1. Welchen Anteil an Ihrer Arbeitszeit macht der klinisch/medizinische Part aus?
2. Wie hoch ist der Anteil für Lehre?
3. Wie hoch ist der Anteil für Forschung?

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Im Durchschnitt
eine 70-Stunden-Woche

Die Resultate untermauern unsere Forderung nach mehr Personal im ärztlichen Bereich. So soll die Routinebelastung für die/den Einzelne(n) reduziert werden, damit
1. die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen eingehalten werden können und
2. Zeit zur Verfügung steht, um innerhalb der Dienstzeit wenigstens teilweise unseren Dienstpflichten „Forschung und Lehre“ nachkommen zu können.

Wir werden diese Forderungen gemeinsam mit dem Universitätsrat und dem Rektorat an die verantwortlichen Politiker weiterleiten und versuchen, sie durchzusetzen.
Und noch einmal herzlichen Dank für die rege Teilnahme an unserer Umfrage.
R. Öhler,
Th. Szekeres
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146.310 Unterschriften gegen Kürzungen im Gesundheitssystem

Ergebnis des PatientInnenbegehrens in Wien:
146.310 Unterschriften gegen Kürzungen im Gesundheitssystem
„Wir betrachten es als unsere Verpflichtung gegenüber den Wienerinnen und Wienern, ihrem Vertrauensbeweis gerecht zu werden und sämtliche in Frage kommenden Mittel zu nutzen, um die Forderungen des ‘PatientInnenbegehrens’ durchzusetzen“, betont der Vizepräsident der Ärztekammer Wien.
Insbesondere die Verhinderung der Zwei-Klassen-Medizin habe allerhöchste Priorität.
Die Unterschriftenlisten lagen von 8. Februar bis 30. April 2008 in den WGKK-Ordinationen auf.
Ärzte gegen Sozialpartner-Motto „speed kills“.

Begrüßt werden vom Vizepräsidenten „die klaren Worte“ des ÖAAB-Bundesobmanns Fritz Neugebauer, der gestern, Dienstag (06.05.2008, Anm.), davor gewarnt hat, die finanziellen Probleme der Krankenkassen mit der Gesamtreform im Gesundheitsbereich zu verquicken, und dafür plädierte, „nicht überhastet und vor allem nicht gegen die Ärzte“ vorzugehen. (OTS, ÄK)

Wohin es führt, wenn sich die Wirtschaft sowohl an den Krankenversicherungen als auch an der Leistungserbringung (Ambulatorien) beteiligt – so der Wunsch der Wirtschaftskammer – zeigt ganz unheimlich Michael Moores Film „Sicko“ u.a. in einem Beitrag über die Selbstanzeige der bei einer U.S.-amerikan. Krankenversicherung beschäftigten Ärztin Linda PEENO ( 1. Video: hier klicken) bzw. über die Zwei-Klassen-Medizin ( 2. Video: hier klicken) in den USA.

Die Gewerkschaft darf sich nicht an der Abschaffung des Solidaritätsprinzips der Pflichtkrankenversicherung durch privatwirtschaftliche Interessen beteiligen!

 
Linda PEENO, MD,  eleven years after her first confession. 3.Video, im Bild anklicken.
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Administration der Drittmittelprojekte (Umfrageergebnisse)

Eine Umfrage des Betriebsrates bestätigte, dass das Einwerben und Durchführen eines Projektes nicht nur eine wissenschaftliche sondern leider auch eine erhebliche administrative Herausforderung darstellt.

Seit 2004 müssen Drittmittelprojekte über die MUW abgewickelt werden. Zur Zeit der Umstellung musste der/die ProjekteinwerberIn trotz des Bemühens der MitarbeiterInnen der MUW-Verwaltung sehr viel Zeit und Geduld aufbringen, um all die auftretenden Anfangsschwierigkeiten zu bewältigen. Der BR wollte in einer Umfrage wissen ob sich die Situation gebessert hatte (siehe Grafik, weiter unten). Das umfangreiche Projektmeldeformular scheint in seiner inzwischen 15. Version akzeptiert zu sein. Der Arbeitsaufwand wird jedoch immer noch als sehr hoch empfunden. Bedenklich stimmt vor allem, dass sich die ProjekteinwerberInnen bei den Verhandlungen mit Förderungsgebern alleine gelassen fühlen. Sie empfinden sich als Vermittler zwischen MUW-Administration und Förderungsgeber und nicht umgekehrt. So kommt es z.B. immer noch vor, dass Rechnungen und Mahnungen an britische Firmen in deutscher Sprache geschickt werden, obwohl die MitarbeiterInnen des Forschungssupports hoch motiviert und sehr hilfsbereit sind.

Das Einwerben und Durchführen eines Projektes ist also nach wie vor mit viel administrativer Arbeit verbunden. Außerdem hat erfolgreiche wissenschaftliche Tätigkeit auch im neuen Karrieremodell nur in der Frühphase der Anstellung (vor der Überführung in eine unbefristete Stelle) einen unmittelbaren Einfluss auf die Karriere. Für erfolgreiche Projekteinwerbung braucht es jedoch einen „sound Track Record“. Entsprechend sind die meisten erfolgreichen Projektleiter schon viele Jahre an der MUW. Das Potenzial der wissenschaftlichen  MitarbeiterInnen kann besser eingesetzt werden, damit die MUW einen möglichst großen Anteil der Drittmittel erhält.

administration-drittmitt-proj

 

 

 Folgende Verbesserungen schlägt der Betriebsrat vor:

•Erhebliche personelle Aufstockung des Forschungssupports, damit den ProjekteinwerberInnen Zeit dafür bleibt, was sie am besten können, nämlich forschen.
•Einführung allgemein gültiger Regelungen für den Umgang mit Overhead-Geldern.
•Leistungsbezogene persönliche Erfolgsprämien für erfolgreiche Projekteinreicher/Projektleiter wie dies an der Med-Uni Graz und an der WU-Wien bereits üblich ist. 

R. Öhler

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Das MUWeblog

wird als Info-Blog vom Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien für alle MitarbeiterInnen des wissenschaftlichen Personals betrieben.

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