Archiv der Kategorie 'Gesundheitspolitik'

Vorsichtiger Optimismus bei Journaldiensten und Planstellen

   Die  Ergebnisse von Betriebsversammlungen und die bisherigen mannigfaltigen Interventionen des Betriebsrats bei verschiedenen Ministern, Stadtratbüros, Gewerkschaft, Ärztekammer, Rektorat sowohl mit persönlichem als auch (in und mit diesem Blog dokumentiert) medialem Einsatz zeigen offenbar endlich Wirkung im Wissenschaftsministerium. Vorsichtiger Optimismus ist angebracht, was das Stellenvermehren, das Vermeiden der Überschreitungen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes (KA-AZG) und damit eine für die MUW-MitarbeiterInnen positive Journaldienst-/Arbeitszeitvereinbarung betrifft. Allerdings  -  fix ist noch nichts.

   Per E-Mail-Anhang wurde die folgende gemeinsame Erklärung des Rektors und des Betriebsrats an das wissenschaftliche MUW-Personal versandt (LINK zum Originalbrief):

Wien, 11.11.2009

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 5. November 2009 fand eine weitere Verhandlungsrunde zur Leistungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) statt, in der das Budget der MUW für die Jahre 2010 bis 2012 verhandelt wird. Ein wesentliches Vorhaben dieser Leistungsvereinbarung ist die Verfügungstellung von Budgetmitteln zur Finanzierung von zusätzlichen ÄrztInnenstellen, womit die Einhaltung des KA-AZG und eine Stärkung der klinischen Forschung und Lehre ermöglicht werden sollen. Die Verhandlungen verliefen in einem konstruktiven Klima und es ist dem Rektorat gelungen, beim BMWF Verständnis für die Situation der Ärztinnen und Ärzte an der MUW zu erzeugen. Da die Frage der Finanzierung jedoch noch nicht abschließend gelöst werden konnte, wurde ein weiterer Verhandlungstermin mit dem BMWF für den 19. November 2009 vereinbart, bei dem hoffentlich eine abschließende Einigung erzielt werden kann.
Betriebsrat und Rektorat sind daher in der Gesprächsrunde über die KA-AZG-Vereinbarung am 9. November 2009 übereingekommen, die Verhandlungen nach dem 19. November 2009 fortzusetzen und bei Klarheit über das zur Verfügung stehende Budget rasch zu einem Abschluss zu bringen. Die nächste Verhandlung zu diesem Thema erfolgt am 23.11.2009.
Wir werden Sie über den Ausgang der Leistungsvereinbarungsverhandlungen und den Fortgang der Verhandlungen zur KA-AZG-Vereinbarung umgehend informieren.

Mit kollegialen Grüßen 

Univ.Prof. Wolfgang Schütz,    
Rektor         

Ao.Univ.Prof. Dr. Thomas Szekeres,
Vorsitzender des Betriebsrats für das
wissenschaftliche Universitätspersonal

 

Betriebsvereinbarung für Journaldienste dringend notwendig

Betriebsrat

Betriebsrat

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

   Es hat am 23.10. eine Gesprächsrunde mit dem Rektorat bezgl. Verlängerung der KAAZG (Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz-) Vereinbarung stattgefunden. Wie bereits berichtet, benötigen wir eine eigene Vereinbarung, um auch 2010 länger als 13 Stunden an einem Stück arbeiten zu können und wie gewohnt Journaldienste leisten zu können.

   Leider endete diese Gesprächsrunde ohne konkrete Ergebnisse. Der Rektor möchte die endgültige Unterzeichnung der Vereinbarung an ein alternatives Arbeitszeitmodell an der Notfallaufnahme, Anästhesie und Chirurgie koppeln. Durch so ein Modell möchte er dort trotz eines Mißverhältnisses zwischen Ärztestellen und Journaldiensträdern die Vorgaben des KAAZG einhalten können. Konkrete Modelle wurden von Rektor Schütz nicht präsentiert, allerdings angedeutet, dass es für ihn vorteilhaft wäre, wenn verschobene Dienste mit einer Reduktion der Journaldienste verknüpft werden könnten. Die daraus resultierenden finanziellen Einsparungen sollten für die Finanzierung von Ärztestellen herangezogen werden!

   Sobald uns konkrete durchgerechnete Vorschläge vorliegen, werden wir diese selbstverständlich an die betroffenen KollegenInnen weiterleiten. Einen Vorteil für die MitarbeiterInnen konnte der Rektor nicht nennen, weshalb für uns unklar ist, weshalb sich das Rektorat eine (benötigte) Zustimmung der betroffenen KollegenInnen und des Betriebsrates erwartet.

   Die nächsten Gesprächsrunden finden am 9. und 10.11., nachdem der Rektor mit dem Ministerium über das Budget der kommenden Jahre verhandelt haben wird, statt.

   Wir gehen davon aus, dass sich die Ärztinnen und Ärzte der MUW zusätzliche Stellen nicht selbst finanzieren werden müssen, sondern BM Hahn für Lösung der Aufgaben aufkommt, die mit der MUW verbunden sind. Die zugegebenermaßen schwierige politische Konstellation, in der sich die MUW-AKH befindet, muss auch politisch aufgelöst werden und darf nicht auf dem Rücken der MitarbeiterInnen scheinbefriedet werden.

Wir dürfen in diesem Zusammenhang  auch auf die angekündigte Betriebsversammlung am  4. 11. 7.15 Uhr, HS 2 im AKH und die Teilbetriebsversammlung an der Universitätsklinik für Anästhesie (*) am 3. 11., 7.30 Uhr, HS 3 im AKH hinweisen.

Für Rückfragen stehen wir sehr gerne zur Verfügung.

Für den Betriebsrat
Thomas Szekeres  Ingwald Strasser  Wolfgang Baumgartner  Anita Holzinger
E-Mail Betriebsrat:    br-wp@meduniwien.ac.at

(*) LINK: Ergebnisse der Abstimmung

[Hervorhebungen: Blogredaktion]

Journaldienste und Patientenversorgung der Med-Unis im Pressespiegel

„Wiener Zeitung“ vom 28.10.2009, Seite: 5Zeitungs Logo Wiener Z

Unikliniken warnen vor Arbeitskonflikt. Verschlechterung für Patieten droht.
   Wien. Die Betriebsräte der Medizinischen Universitäten in Österreich (Wien, Graz, Innsbruck) warnen vor einer drohenden Verschlechterung in der Patientenversorgung. Weil eine seit 2002 geltende Betriebsvereinbarung über Nacht- und Wochenenddienste ausläuft und es bisher noch kaum Verhandlungen über eine neue gab, könnten schon ab 1. Jänner 2010 die Dienste der Ärzte „illegal“ werden. „Wir fordern die Universitäten dringend zu Verhandlungen auf“, erklärte Martin Tiefenthaler für die Betriebsräte des wissenschaftlichen Personals der MedUnis.
   Der Hintergrund: Ohne Betriebsvereinbarung dürfen Ärztinnen und Ärzte, die dem Uni-Kollektivvertrag unterliegen, nur werktags zwischen 7 und 20 Uhr am Krankenbett arbeiten. Nacht- und Wochenenddienste sind bisher durch eine Betriebsvereinbarung geregelt, die auch die geltenden Arbeitszeithöchstgrenzen berücksichtigt.
   Tiefenthaler warnt davor, dass Uni-Ärzte laut Gesetz ab 1. Jänner 2010 keine Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste leisten.
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„Der Standard“ vom 28.10.2009, Seite: 8Zeitungs Logo Standard

Ärzte warnen vor schlechter Patientenversorgung 
   Innsbruck/Graz/Wien – Die Betriebsräte der Medizinischen Universitäten in Österreich (Wien, Graz, Innsbruck) warnen vor einer drohenden Verschlechterung in der Patientenversorgung. Weil eine seit 2002 geltende Betriebsvereinbarung über Nacht- und Wochenenddienste ausläuft und es bisher noch kaum Verhandlungen über eine neue gab, könnten schon ab 1. Jänner 2010 die Dienste der Ärzte „illegal“ werden.
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„Tiroler Tageszeitung“ vom 28.10.2009, Seite: 4Zeitungs Logo TT

   Innsbruck -Die Betriebsräte der Medizinischen Unis schlagen Alarm. Ihre Betriebsvereinbarung für Nacht- und Wochenenddienste läuft aus. Und ab der Silvesternacht hieße dies, dass etwa die Hälfte der Ärzte des Innsbrucker Krankenhauses für die Dienstpläne ausfiele, erklärt der Innsbrucker Med-Uni-Betriebsrat Martin Tiefenthaler. „Wir wollen nicht die Buhmänner der Nation sein, aber ohne Vereinbarung dürfen diese nur werktags zwischen 7 und 20 Uhr am Krankenbett arbeiten.“
   Vizerektorin bedauert
   Er setzt sich auch für die Beibehaltung der Tiroler Lösung – 25 Stunden durchgehend – ein. In Wien wurden bekanntlich Stimmen laut, die einen Schichtbetrieb für Ärzte forderten. Gegen diesen setzt sich Tiefenthaler ein. Bisher habe es keine Gespräche gegeben, fordert er das Rektorat nun zum Handeln auf. Zwar stehe eine Verhandlungsrunde am Donnerstag an, hier dürfe man aber nicht mehr zögern.
   Vizerektorin Doris Balogh bedauerte es gegenüber der TT sehr, dass der Betriebsrat der Verhandlungsrunde hier vorgegriffen habe und die Med-Uni damit negativ in die Schlagzeilen bringe: „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier gemeinsam zur Zufriedenheit aller eine Lösung finden.“ Der Betriebsrat dürfe aber nicht auf einem Partout-Standpunkt stehen. Sie könne sich zwar eine Fortführung der derzeitigen Lösung vorstellen, näher wollte sie vor der Verhandlung nicht auf Details eingehen. Für Donnerstag sei auch ein Arbeitsrechtexperte geladen.(mir)
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„Die Presse“ vom 28.10.2009, Seite: 3Zeitungs Logo Presse

Med-Unis: Konflikt droht
   Die Betriebsräte der Medizinischen Universitäten (Wien, Graz, Innsbruck) warnen vor einer Verschlechterung in der Patientenversorgung. Weil eine seit 2002 gültige Betriebsvereinbarung über Nacht- und Wochenenddienste ausläuft, könnten schon ab 1. Jänner 2010 die Dienste der Ärzte „illegal“ werden. „Wir fordern die Universitäten dringend zu Verhandlungen auf“, erklärte Martin Tiefenthaler am Dienstag für die Betriebsräte des wissenschaftlichen Personals der Med-Unis.

Wieso ist der Erhalt von Banken, ÖBB und AUA so wichtig, die Sicherung des Gesundheitssystems aber nicht?

oder: „wie und warum das auf Solidarität aufgebaute Gesundheitssystem kaputt gemacht werden soll.“
Ein Leserbrief des Betriebsratsvorsitzenden an die Kronenzeitung (veröffentlicht am 21.8.09).

…Die Ausgaben für das österreichische Gesundheitssystem liegen seit 1995 bei ca. 10% vom BIP (Bruttoinlandsprodukt) und sind somit nicht explodiert! Honorare sind nicht explosionsartig gestiegen, ganz im Gegenteil, vielfach gab es nicht einmal eine Inflationsabgeltung. Die Kassen sind überschuldet, da man ihnen Leistungen wie die Versorgung von Pensionist(inn)en und Arbeitslosen oder die Bezahlung des Wochengeldes gesetzlich verordnet hat, ohne für entsprechende Einnahmen zu sorgen…

Lesen Sie hier bitte den gesamten Artikel

Manifest der Wiener angestellten Ärztinnen und Ärzte

[...] Der offene Zugang zu ärztlicher Betreuung und Vorsorge muss für alle Mitmenschen – ohne Ansehen der Person, ihrer Herkunft, eines religiösen Bekenntnisses, des Alters und der Einkommenssituation – gewährleistet sein. [...]
Wir fordern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die angestellten Ärztinnen und Ärzte. Darunter verstehen wir vor allem die Einhaltung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes (KAAZG), genügend lange Regenerationsphasen, ausreichend Zeit für Weiterbildung und Wissensaneignung sowie eine der Leistung, dem Risiko und der Haftung entsprechende Bezahlung.
Wir treten für eine Entbürokratisierung des Gesundheitswesens ein. Medizinische Erfordernisse sind ausschließlich durch Ärztinnen und Ärzte festzulegen. Ökonomische Kriterien sind zu berücksichtigen, dürfen aber die Entscheidung über die medizinische Versorgung nicht bestimmen. Die Leitung einer Krankenanstalt muss Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sein. Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, im Sinne unserer Patientinnen und Patienten die Rahmenbedingungen für die Durchsetzung unserer Forderungen zu schaffen. [...]
Link zum Manifest

Ausschnitt Begleittext des Sektionsobmanns der angestellten ÄrztInnen und MUW-Betriebsratsvorsitzenden, Thomas Szekeresz: „Die Aus- und Fortbildung erfolgen oft in der Freizeit. Die Dienstgeber können dafür nicht ausreichend zahlen. Wenn die Pharmaindustrie das zahlt, ist es illegal. Doch für KollegInnen am Beginn ihrer Karriere sind Kongressreisen oft unerschwinglich.“ Diese Forderung gehe vordringlich an Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP). Link: DerStandard.at

UG-Novelle muss „Mondscheinforschung“ endlich einstellen

Die Uni-Gesetzesnovelle muss Lehre und Forschung in der Dienstzeit verankern. Arbeitszeit-Höchstgrenzen der ÄrztInnen sind dringend einzuhalten, meint Unfallchirurg Harald Mayer.
Die Zustände an den Medizinischen Universitäten gehören aus Sicht der Bundeskurie Angestellter Ärzte dringend verbessert. „Viele der besten Ärzte verlassen die medizinischen Unis. Schuld sind die unerträglichen Arbeitsbedingungen. Was das auf Dauer für die Gesundheit in Österreich bedeutet, kann sich jeder ausmalen“, erklärte Bundeskurien-Obmann und Vize-Präsident der ÖÄK und Unfallchirurg Harald Mayer am Montag in einer Aussendung. Aus diesem Grund hat die Bundeskurie ihre Vorschläge zur geplanten Novellierung des Universitätsgesetzes Bundesminister Hahn letzte Woche vorgelegt.

Harald Mayer

Harald Mayer

 Dringendste Forderung: Im neuen Universitätsgesetz müsse sichergestellt sein, dass Lehre und Forschung in der Dienstzeit stattfinden. Dafür seien mindestens 40 Prozent der Arbeitszeit zu reservieren. Entsprechende Ressourcen und Räumlichkeiten seien zur Verfügung zu stellen. „Lehre und Forschung gehören zu den Dienstpflichten und dürfen kein Freizeitvergnügen sein“, forderte Mayer. Derzeit fallen jedoch in Wien 81 Prozent des Zeitaufwandes auf die Betreuung der Patienten, für die Forschung bleiben 11 Prozent, für die Lehre nur noch acht Prozent. Und das bei durchschnittlichen Arbeitszeiten von 70 Stunden, wobei viele Ärzte mehr als die erlaubte Höchstarbeitszeit von 72 Stunden in der Woche leisten.

bitte hier weiterlesen

Minister Hahn: „200 Medizin Studierende mehr sind leicht zu verkraften“

Minister Hahn

Minister Hahn

Niemand weiß, wie Hahn sich die Erhöhung der jährlichen MedizinstudentInnenzahlen ohne Besserung der Rahmenbedingungen vorstellt.

U.a. sprach Hahn noch im Budget-Unterausschuss zu Wissenschaft und Forschung (7.5.2009)  über den zu hohen Klinischen Mehraufwand, mit dem das Forschungsbudget die Krankenhausträger querfinanziere, und über die Frauenquote.

Abermals wurde die Frage einer vierten Medizinuniversität angesprochen. Dazu stellte der Bundesminister fest, laut aktueller Einschätzung, die auf drei umfangreichen Studien basiert, sei von einem durchschnittlichen Bedarf von zusätzlich 1.000 Ärzten im Jahr  auszugehen. Das bedeute, dass die derzeitigen 1.350 Ausbildungsplätze  für HumanmedizinerInnen und die 150 Ausbildungsplätze für ZahnmedizinerInnen ausreichend seien. Eine angedachte, moderate Anhebung  der Ausbildungsplätze für HumanmedizinerInnen um 200 Studierende könnten die bestehenden drei Medizinuniversitäten verkraften. Sollte sich die Notwendigkeit einer weiteren  Medizinuniversität ergeben, dann stehe Linz an erster Stelle.

Bitte hier weiterlesen zur Frauenquote und zum Klinischen Mehraufwand

Angestellte Ärztinnen und Ärzte aufgerieben zwischen Anforderungen der Universitäten und Spitalsbetreiber

Presseaussendung von der Tagung der Betriebsräte für das wissenschaftliche Personal der Medizinischen Universitäten Österreichs (11.5.2009):

Die Mangelfinanzierung des Gesundheitswesens führt dazu, dass Ärztinnen und Ärzte der Med-Unis fast ausschließlich zur PatientInnenenversorgung eingesetzt werden. Für die universitären Kernaufgaben in Forschung und Lehre bleibt zu wenig Zeit.

Die Ärztinnen und Ärzte werden zwischen den Anforderungen der Universitäten in Forschung und Lehre und den Anforderungen der Spitalsbetreiber aufgerieben.

Ärzte und Ärztinnen an den Uni-Kliniken arbeiten durchschnittlich 70 Stunden pro Woche.

Mit diesem Ausmaß an PatientInnenversorgung ist es nicht einmal möglich, das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz einzuhalten. Das beweisen eindrucksvoll die mehrfachen Strafanträge der Arbeitsinspektorate.

Die Betriebsräte fordern ausreichend Mittel für die unbedingt benötigte ärztliche Personalaufstockung an den Medizinischen Universitäten.

Die Betriebsratsvorsitzenden

Univ.Prof. Dr. Regina Gatternig, MU Graz
Univ.Prof. Dr. Thomas Szekeres, MU Wien
Univ.Prof. Dr. Martin Tiefenthaler, MU Innsbruck

Massive Probleme im AKH

Ärztliche Arbeitszeiten müssen eingehalten werden

Wien (OTS) – „Im Wiener AKH fehlen 150 Ärztinnen und Ärzte.“  Vorallem die Fächer Anästhesie, Kinderchirurgie und Neurochirurgie seien davon massiv betroffen. Darauf weist der Präsident der Ärztekammer für  Wien, Walter Dorner, im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zum Auftakt der Imagekampagne „Die Wiener Spitalsärzte sind immer für Sie da“ hin [z.B.: Hörspot 1, Hörspot 2; je 15 Sek. Dauer]. Diesbezügliche Forderungen nach einer Aufstockung des ärztlichen Personals, auch seitens des Betriebsrats, seien bislang erfolglos geblieben. 
Dorner sieht in der Personalknappheit auch den Grund dafür, dass es speziell im Wiener AKH immer wieder zu überlangen Ärztearbeitszeiten komme. Hier sei der Bund gefordert, die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen, um „diese für eine Medizinweltstadt Wien absolut unwürdige Situation raschest zu beenden“.

Dorner verweist auf diesbezüglich erfolgreiche Bemühungen der anderen Wiener Spitäler hinsichtlich der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes. In diesem Sinne hätten auch die vielen Patientinnen und Patienten des AKH das Recht, von ausgeruhten Ärztinnen und Ärzten betreut zu werden, so Dorner abschließend. (hpp)

Bis zu 100 Stunden wöchentlich im Dienst

Eine Studie des Instituts für Empirische Sozialforschung (IFES) belegt recht eindrucksvoll die schlechten Arbeitsbedingungen für Spitalsärzte. „Wir laufen Gefahr, dass immer weniger Medizinabsolventen eine Karriere im Spital anstreben“, befürchtet Thomas Szekeres, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.

bitte hier weiterlesen

Künftig: Neue Therapiemöglichkeiten aus embryonaler Stammzellforschung

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Bioethikkommission für Stammzellforschung.

17 zu 5 ist vergangenen Montag eine namentliche Abstimmung für die Zukunft der Forschung an embryonalen Stammzellen in der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt ausgegangen.

Über den Mehrheitsbeschluss und den Minderheitsbericht sowie die Abwartehaltung von Minister Hahn lesen Sie bitte im Science Teil der ORF-Homepage.

Stammzellforschung

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Aus Stammzellforschung lernen
und für neue Therapien Nutzen ziehen

 

Interview mit Kurt Grünewald.
Zum Start des Audio-Files   
im Morgenjournal, aufs Bild klicken.

Als ein wichtiges und vernünftiges Signal erachtet der Wissenschafts- und Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die von einer großen Mehrheit der Bioethikkommission getragene Entscheidung zur Forschung an embryonalen Stammzellen.

Und an den Vizekanzler gewandt kritisiert Grünewald a.a.O.:
„Österreich hat die Biomedizinkonvention des Europarates immer noch nicht ratifiziert“. Diese Ratifizierung würde allerdings mehr Schutz für PatientInnen bei klinischen Studien, das Verbot von Handel mit menschlichen Organen und Geweben, Klonverbot bei Menschen, das Verbot Embryonen zu Forschungszwecken herzustellen und viele andere verbindliche ethische Normen bringen, die sich in österreichischen Gesetzen nicht finden…

weiterlesen ‘Stammzellforschung’

Gesundheitsminister Stöger über ärztliche Arbeit auf Stationen und in Spitalsambulanzen

Im Interview mit der Österr. Ärztezeitung nimmt der Gesunheitsminister Stellung u.a. zu Fragen der Arbeitsüberlastung in Spitälern und Spitalsambulanzen, zur  Gesundheitsreform und elektronischen Gesundheitsakte (ELGA):
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Spitalsärztinnen und -ärzte sind nach wie vor überlastet. Obwohl es nun Sanktionsmaßnahmen gibt, klagen Spitalsärzte nach wie vor über überlange Arbeitszeiten.
Was das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz anlangt, muss ich sagen, dass die Zuständigkeit beim Sozialministerium liegt. Die Menschen im Gesundheitswesen haben aber ein Recht darauf,  gesund bleiben zu können. Denn nur gesunde Menschen können auch andere gesund machen. Ausgebrannte Spitalsärzte wollen wir nicht haben. Umgekehrt: die Organisation zu gestalten, ist halt auch eine Aufgabe, die man nicht nur beklagen darf, sondern das muss man auch tun. Und da sind wieder die Verantwortlichen vor Ort gefordert.

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Med-Unis: The Lost Generation

Geht eine  Generation des wissenschaftlichen Nachwuchses an den medizinischen Universitäten verloren?

Martin Tiefenthaler, Vorsitzender des Betriebsrats für das wiss. Personal der Med-Uni Innsbruck analysiert:

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Es ist PolitikerInnen schwer vermittelbar, dass das Fehlen des Kollektivvertrages oder anderer Elemente für eine Karriereperspektive an Universitäten negative Folgen haben könnte. PolitikerInnen, deren Horizont in (immer kürzer werdenden) Legislaturperioden verankert ist, könnten die Auswirkungen der Zielformulierung bei der nächsten Wahl nicht verbuchen. Die Folgen unzureichender Personalpolitik sind meist erst mit Zeitverzögerung feststellbar, weil die Evaluation nachhinkt und auch bei optimaler Personalpolitik in den Evaluierungsperioden Änderungen innerhalb der statistischen Streuung liegen, die erst eine länger dauernde Periode oder eine generelle Mangelwirtschaft benötigen, um eine Veränderung statistisch signifikant nachweisen zu können.

Umso alarmierender ist die Tatsache, dass Facharztstellen in vielen Bereichen der Medizinischen Universitäten kaum mehr BewerberInnen finden.
Womit lässt sich dieser Befund nun erklären,wenn gleichzeitig durch den Zusammenfall des Auslaufens der alten Studienordnung mit den ersten AbsolventInnen des neuen Curriculums in diesen Jahren mehr MedizinerInnen auf den postpromotionellen Markt drängen. Zudem gibt es an den Medizinischen Universitäten StudienabgängerInnen, die in drittmittelfinanzierten Projektstellen (meist niedriger als vom FWF dotiert) auf Ausbildungsstellen zur Fachärztin/ zum Facharzt warten.
Bestimmte Fächer mit hohem Marktwert wie z. B. Radiologie, Strahlentherapie, Pathologie finden kaum Nachwuchs.  Stellenbesetzungsverfahren müssen oft mangels (geeigneter) BewerberInnen  neu ausgeschrieben werden. Das Auswahlverfahren beschränkt sich auf sehr wenige BewerberInnen. Die Auswertung aller laufenden Ausschreibungsverfahren mit Stichtag 8.10.08 ergab im Mittel 2,53 Bewerbungen für die zu besetzenden Facharztstellen. In Wien sprechen die derzeitigen Beschäftigungskonditionen manchmal ausschließlich BewerberInnen aus den östlichen Nachbarländern an. Dass Facharztstellen ausgeschrieben werden müssen, ist die Folge des sogenannten Übergangsdienstrechtes von 2001. Die Planstellenbewirtschaftung und das BDG ermöglichten es bis dahin, dass qualifiziertes Personal nach erfolgreicher Facharztausbildung in ein provisorisches Dienstverhältnis und bei weiterer Qualifikation in ein definitives Dienstverhältnis übergeführt werden konnte. Aufgrund der sechsjährigen Facharztausbildungsdauer in Verbindung mit Unterbrechungen beispielsweise durch Forschungs- und/oder „Kinder“karenz ist dieses beamtete Laufbahnschema bis heute dilatiert wirksam. Manche KollegenInnen haben sich in einem Kraftakt wissenschaftlicher Qualifikation mit einer Habilitation während der Facharztausbildung im letzten Augenblick noch (gem §178 BDG) definitiv stellen lassen können und damit „ins Beamtenleben gerettet“.
In der Folge waren an den Kliniken deshalb auch fast keine Facharztstellen (Säule II) ausgeschrieben worden. Deshalb trifft der Systembruch mit der fehlenden Perspektive die Kollegenschaft hier doppelt. Wenn dazu auch die Betriebsführung bisher noch keinen Stellenplan für die Organisationseinheiten vorsieht, wird Karriereplanung willkürlich und disponibel.

An den Standorten Graz und Innsbruck wird das System durch Landesfacharztstellen partiell kompensiert, die auch von erfolgreichen WissenschafterInnen wegen der Karrieresicherheit (faktisch unkündbare unbefristete Verträge mit Biennalsprüngen) gern angenommen werden. Nur selten wird wegen der Möglichkeit der Kongressreisen oder der Karenzierung für Forschungsaufenthalte vom wissenschaftlichen Nachwuchs eine Universitätsanstellung gegenüber einer Landesstelle bevorzugt.
Aber auch bei Ausbildungsstellen gibt es jetzt eine deutlich geringere Nachfrage (durchschnittlich 6 BewerberInnen für Stellenausschreibungen für wissenschaftliche MitarbeiterInnen in Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt an der Medizinischen Universität Innsbruck; Stichtag 8.10.2008). Generell wurden derartige Rahmenbedingungen wie im Universitäts-Abgeltegesetz („1375 Euro/Monat Ausbildungsärzte“) oft wegen des Zieles „Facharztdiplom“ in Kauf genommen. Außerdem kann eine Ausbildungsstelle nicht automatisch zur Dauer- und Facharztstelle werden, weil sonst innerhalb eines Jahrzehnts keine Stellen für die StudienabsolventenInnen mehr zur Verfügung stünden und weil die Medizinischen Universitäten auch ihrem Auftrag zur Fachärzteausbildung nachkommen müssen.
Waren in Besetzungsverfahren bislang 5–10 BewerberInnen die Regel, finden sich nun auch fürAusbildungsstellen oft nur 1–2 Bewerber Innen.  Auf die Konditionen angesprochen, finden sich auch erfolgreiche StellenwerberInnen bisweilen ausgenützt, weil sie zwar ihre wissenschaftliche Vorbildung für die Bewerbungen kompetitiv einbringen mussten, aber sich dann in überbordender klinischer Tätigkeit nur in den seltensten Fällen in der Regeldienstzeit weiterhin wissenschaftlich betätigen können. Manchen reicht es – und aus einer Forschungskarenz in den USA wird eine bleibende Verabschiedung von der österreichischen Universität.
Seit Elisabeth Gehrer wird zwar von Weltspitzenuniversitäten gesprochen, aber die Gehälter bleiben im internationalen Vergleich den Umständen entsprechend bescheiden. Nachdem nämlich die Möglichkeit zu individuellen Gehaltsverhandlungen überwiegend nur in Berufungsverhandlungen gegeben ist und eine generelle Überbezahlung aus den derzeitigen Globalbudgets nicht finanzierbar ist, bleibt an der personalseitigen Entwicklung nur die der Karriereperspektive über ein Laufbahnmodell. Ein wesentliches Element für eine Karriereplanung ist der Kündigungsverzicht bei positiver Evaluierung, was realistischer Weise nur mittels Kollektivverträgen gewährleistet werden kann. Wenn nicht wie an der Universität Graz die Möglichkeit der freien Betriebsvereinbarung für ein Laufbahnmodell in Vorwegnahme des Kollektivvertrages favorisiert wird, bleiben nur Maßnahmen wie betrieblich unterstützte Kinderbetreuung und Betriebswohnungen, um das Personal an die Universität zu binden. Aber diese wenigen Sozialleistungen können insbesondere Vertragsbefristungen und minderes Entgelt längst nicht kompensieren. Und auch der Freizeitwert der österreichischen Universitätsstädte allein ist auf Dauer zu wenig!

Aber natürlich könnte man auch wissenschaftlich kritisch bleiben und feststellen, dass für die schlüssige Argumentation einer „lost generation“ der kausale Zusammenhang zwischen rückläufigen Bewerbungen und dem fehlenden Karrieremodell fehlt.

Martin Tiefenthaler
(Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Universitätspersonal Medizinische Universität Innsbruck)
martin.tiefenthaler@i-med.ac.at
Hier: Originaltext auf Seite 3 des ULV Mitteilungsblatts 1/2009

Gesundheitsminister Stöger im Interview

doktorinwien: Die Forschung wird in Österreich als Stiefkind behandelt. Ist
die Erhöhung der Forschungsausgaben für Sie ein Thema?

Stöger: Die Bundesregierung bekennt sich in ihrem Programm dazu, für Forschung und Entwicklung für 2009 und 2010 jeweils 50 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus besteht das Ziel, die Forschungsquote bis 2010 auf 3 % des BIP anzuheben und bis 2020 4 % zu erreichen. Zur Erreichung dieses Ziels ist eine ausreichende Finanzierung vorgesehen – gekoppelt mit einer Förderpolitik, die möglichst hohe private Forschungsinvestitionen auslöst.

Zum Weiterlesen der LINK: Gleicher und gerechter Zugang zur Spitzenmedizin für alle

Designierter Gesundheitsminister: Alois Stöger

Das letzte Mal fiel der neue Gesundheitsminister bundesweit auf, als er sich aufmachte, die jüngste Gesundheitsreform zu Fall zu bringen. Gegen die Linie der Gewerkschaft setzte er sich mit den Ärzten zusammen, um das von ÖGB und Wirtschaftskammer erarbeitete Konzept zu Fall zu bringen: „Wir werden alles Menschenmögliche tun, um diese Reform noch zu verhindern. Da wird ein bewährtes System vorsätzlich zerstört“, wetterte Stöger im Frühling.
Porträt: Alois Stöger im STANDARD

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Stellungnahmen Ihres Betriebsrats über  negative Effekte der (verhinderten) Gesundheitsreform auf die MUW-MitarbeiterInnen.

In diesem Blog gelangen Sie im rechten Seitenstreifen über “Beschlagwortung“, Kategorie auswählen zu „Gesundheitspolitik“.

Aufstockung der Studienplätze nur mit Finanzierung der Infrastruktur sinnvoll

„Österreich braucht in Zukunft sicher nicht weniger aktive ÄrztInnen als heute“, meint Thomas Szekeres, Betriebsratsvorsitzender der Medizin-Uni Wien. Die Ausbildung in den Lehrkrankenhäusern sei nicht nur eine „Frage der Architektur, es gibt im Moment auch viel zu wenig Personal, um die Ausbildung zu leisten“. Wer A wie Aufstockung der Studienplätze sage, müsse auch F wie Finanzierung des Personals und der Infrastruktur sagen, fordert Szekeres.

Betriebsräte zur Position der drei Med-Unis Wien, Innsbruck und Graz im STANDARD: Hier klicken.

Wien ohne Gerichtsmedizin!

MUW-Unirat-Vorsitzender Erhard Busek:
Das ersattzlose Streichen der Gerichtsmedizin hat u.a. gesundheits- und gesellschaftspolitische Bedeutung. Das gehört aber in die Zuständigkeit des Landes, der Justiz und des Innenressorts. Das Wissenschaftsministerium ist eher am Rande betroffen. Daher sind auch alle aufgefordert, ihren finanziellen Beitrag zu liefern. Und es gibt auch Bemühungen einzelner Mitarbeiter, aufzuzeigen, dass man dort positiv bilanzieren kann.

MUW-Betriebsratsvorsitzender Thomas Szekeres:
Am Institut für Gerichtliche Medizin fanden ab 1.1.2008 keine Obduktionen mehr statt. Grund war die finanzielle Situation, da die Gemeinde Wien, ein Hauptauftragsgeber des Institutes, die sanitätspolizeilichen Obduktionen abgezogen hat. Die Konsequenz war die Auflösung einer unter Maria Theresia gegründeten und notwendigen Institution. Wir haben bisher vergeblich immer wieder an Rektorat, Wissenschaftsministerium, Innenministerium, Justizministerium, Stadt Wien und Gesundheitsministerium appelliert, diese gesundheitspolitisch wichtige Institution gemeinsam zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Zu den Gefahren einer fehlenden forensischen Medizin siehe auch Die Zeit Online: „Wien, ein Paradies für Giftmörder?“:
Wien ist ein Paradies für Giftmörder. Das sagen Gerichtsmediziner, die ihr Metier in der Metropole nicht mehr ausüben können.

weiterlesen ‘Wien ohne Gerichtsmedizin!’

Burnout-Information mit Vortragsfolien vom 18.10.2008

„Bournout und Prävention“

Veranstalter:
Betriebsrat f.d. Wiss. MUW-Personal und Wr. Ärztekammer (Angestellten-Kurie u. Universitätsreferat) Henriette Walter, K. Heimberger, Th. Szekeres, W. Lalouschek 

Vorträge:

  1. Henriette  Walter: Vom Abbau des Engagements bis zum Burnout
    (PPT-File, 180KB)
  2. Gabriele Kypta: Entwicklung der Burnout-Krise 
    (PDF-File, 580KB)
  3. Lukas Stärker: Arbeitszeit, Arbeitszufriedenheit und
    Arbeitsbelastung bei SpitalsärztInnen 2003 u. 2006
     
    (PDF-File, 63KB)
  4. Renate Czeskleba: ÖGB-Burnout-Umfrage 2008
    (PPT-File, 950KB)
  5. Wolfgang Lalouschek: Intensivstation und Burnout (ongoing project) 
  6. Wolfgang Lalouschek: Burnout-Prävention / Ins Burnout und zurück 
    (PPT-File, 540KB)

Alle Artikel zum Thema: „Arbeitszeiten“

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Die Österr. Vereinigung für Supervision hat eine „Burnout-Uhr“ mit Warnhinweisen auf Burnout entwickelt. Dort helfen sechs Fragen, erste Anzeichen an sich selbst und anderen zu erkennen. Auch gibt es Lösungsansätze dafür, wie sich stressgeplagte Menschen vor dem „Ausbrennen“ schützen können. Zu bestellen ist die Uhr bei office@oevs.or.at

Ärztekammer: „Schwindende Attraktivität der Stellen an österreichischen Med-Unis“

Es sei erwähnt, dass die Ärztekammer die Finanzierung des bereits vor 2 (!) Jahren ausgehandelten Kollektivvertrags, der höhere Gehälter und eine Karriereoption an den Universitäten vorsehen würde, massiv fordert. Sinkende Gehälter, wie an den Universitäten leider Realität, und unsichere Verträge ohne definierte Leistungsziele können in Zeiten steigender fachlicher Herausforderungen kein Rezept sein.

Ein diesbezüglicher Appell zur Umsetzung des Kollektivvertrages von 400 (!) Ärztinnen und Ärzten des AKH-Wien an den verantwortlichen Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist bislang unbeantwortet geblieben und ignoriert worden!

Thomas Szekeres
Vorsitzender der Kurie angestellte ÄrztInnen
Geschäftsführender Vizepräsident,
Ärztekammer für Wien
1010 Wien, Weihburggasse 10-12
www.aekwien.at
Tel. 01 51501 0

Siehe auch zum Thema  die folgenden drei Einträge dieser Blogseite:

Den Med-Unis kommt der Nachwuchs abhanden

  • „Dramatische Einbrüche bei Bewerbern für hochqualifizierte Stellen“ ( Th. Szekeres f.d. Betriebsrat MUW)
  • „Schleunigst vernünftige Zahl von FachärztInnen ausbilden, sonst gibt es Lücken in der PatientInnenversorgung“ (M. Tiefenthaler f.d. Betriebsrat MUI)
  • „Wer Gelegenheit hat, geht an eine Landesstelle und nicht unter erschwerenden Bedingungen an die Med-Uni“ (G. Schuhmann f.d. Betriebsrat der MUG)
  • Absenz von Karriereperspektiven, niedrige Einstiegsgehälter…

Herbei mit dem Uni-Kollektivvertrag und den Karrieremodellen mit Zukunftsperspektiven:

Die Gewerkschaft ersuchte gestern die Rektoren, im Vertrauen auf den vom Nationalrat kürzlich beschlossenen Entschließungsantrag zur vollkommenen Finanzierung des Uni-KV, den ausverhandelten KV zu unterzeichnen (mit Opting-Out-Klausel).

Die Rektoren zieren sich.

In der Presse wird diesen Problemen ein Artikel gewidmet:
hier klicken

BURNOUT. – Artikel in der Betriebsratszeitung 2/07

Abgeltung sämtlicher erbrachter Arbeitsleistungen…

fordert u.a. die Arbeitsgemeinschaft der Ärztinnen und Ärzte im ÖGB (ARGE ÄrztInnen).
In einen Forderungskatalog an die künftige Bundesregierung stellt die „ARGE ÄrztInnen“ auch:

  • die verbesserten Rahmenbedingungen zur Arbeitssituation der angestellten ÄrztInnen, um die Gesundheit und Lebensqualität der Ärzte und Ärztinnen nicht zu gefährden
  • die Postdoc-Situation der auszubildenden ÄrztInnen
  • Pflichtversicherung statt Versicherungspflicht
  • die Sicherung des Gesundheitssystems etc.

 Hier klicken, um den ganzen Forderungskatalog zu lesen.

 

 

 

 

 

 Link auf der ÖGB-Homepage:

http://www.oegb.at/servlet/ContentServer?pagename=OEGBZ/Page/OEGBZ_Index&n=OEGBZ_Suche.a&
cid=1221302629382

Ohne Ressourcenvermehrung keine Lehrqualität

Im neuen Studienplan hat eine überwiegende praktische und in Kleingruppen organisierte neue Ärzteausbildung zu einer wesentlichen Abnahme der Studienabbrüche, Verkürzung der Studiendauer und zur Verbesserung der Qualifikation der Jungärzte/innen geführt. Eine massive Erhöhung der Studierenden wird unweigerlich zu einer Verschlechterung der Ausbildungsqualität führen, wenn nicht alle notwendigen personellen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen neu dafür geschaffen werden.
Gleichzeitig würden sich die Arbeitsbedingungen des Universitätspersonals nachhaltig verschlechtern.

meinen die Betriebsräte der MUs Wien, Graz und Innsbruck.

weiterlesen ‘Ohne Ressourcenvermehrung keine Lehrqualität’

900 StudentInnen mehr an MUW, MUI und MUG – ab 2011?

DerStandard.at berichtet:

Auf wenig Gegenliebe stoßen jüngste Vorschläge von SPÖ, FPÖ und Grünen, den Zugang zum Medizinstudium zwar nicht völlig freizugeben, dafür aber die Anfängerplätze drastisch aufzustocken – von derzeit 1.500 auf 2.400 bis zum Wintersemester 2011. Für den Vizerektor der Medizin-Uni Wien, Rudolf Mallinger, wären für die Umsetzung der Vorschläge „zwei bis drei neue Unis“ nötig. Und auch das wäre „nicht in drei Jahren“ zu bewältigen, so Mallinger gegenüber der APA.

Ganzen Zeitungsartikel lesen...

Zur Stellungnahme der Rektoren der 3 Medizin. Universitäten

Plötzlicher Tod – Keine Ursachenklärung

Um 1600 Tote weniger obduziert: Gerichtsmediziner ziehen nach einem Jahr eine alarmierende Bilanz im Umgang mit Sterbefällen, schreibt Der Kurier. Nach Schließung der Gerichtsmedizin wäre es zynisch, zu sagen, der Sparplan hätte gegriffen.

Prof. Christian Reiter ist überzeugt:
„Dadurch sind zumindest 100 Verdachtsfälle auf Fremdverschulden nicht als solche erkannt worden, geschweige denn, dass sich jemand näher damit beschäftigt hat.“

Siehe auch Artikel „Wien ohne Gerichtsmedizin“

Wien, ein Paradies für Giftmörder?“ und  Zeit, Online“

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