Archiv für Februar 2012

Einsparungen ohne Ende und ohne geplante Leistungsreduktion

Von der Betriebsversammlung der MedUni Wien am 21. Februar 2012:

Betriebsrat: “Einsparungen bei Personalstellen und Journaldiensten sind ohne Leistungsreduktionen unmöglich!”

Die Präsentation der aktuellen Probleme an der MedUni Wien und einiger vom Betriebsrat geplanten Protestmaßnahmen gegen die Lösungsansätze des Uni-Managements finden Sie in den folgenden PDF-Folien:

Links zu den Berichten über die MUW-Betriebsversammlungen vom November und Dezember 2011 und deren Maßnahmen und Folgen:

1. Minister Töchterle borgt MedUni Geld,
2. Otto Schenk und andere ehem. PatientInnen (1) und (2),
3. Teilerfolg: Dienstplanmanager wieder offen für Eintragungen,
4. Betriebsversammlung mit Forderung an die Regierung,
5. Achtung! Politik kann Ihre Gesundheit gefährden,
6. Kampagne “Rettet das AKH” geht weiter (Zwischenbilanz).

Klinische PraktikantInnen aus Sicht der MedUni, des Bundes-VSStÖ und der ÖH-Medizin Wien

Verschiedene Ansichten über das Klinische Praktikumjahr (KPJ) haben MedUni Wien  und VSStÖ (Verband Sozialistischer Studentinnen und Studenten). “Praxisorientierung und Übung ärztlicher Fertigkeiten” stehen Umsetzungsmängel “48 Wochen Gratisarbeit ohne verpflichtende Verpflegung und Unterkunft in Spitälern ganz Österreichs” gegenüber. Eine weitere sozial-selektive Maßnahme bei Studierwilligen würde 2014 eingeführt.

MedUni Wien (Link): Letztes Studienjahr ab 2014/15 als Klinisch praktisches Jahr
Wien (OTS) <…> Im klinisch-praktischen Jahr (KPJ) sollen die Studierenden die in den vorangegangenen fünf Studienjahren erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten gemäß dem österreichischen Kompetenzkatalog vertiefen. Dieser von den österreichischen Medizin-Universitäten gemeinsam erstellte Katalog für ärztliche Fertigkeiten bildet die Basis des klinisch-praktischen Jahres, das eine praktische Ausbildung im Umfang von 48 Wochen vorsieht. “Im praktischen Jahr wird die fachliche Ausbildung um die praxisbezogene umfassende Tätigkeit am Krankenbett, die Teilnahme an klinischen Besprechungen und die längerfristige Einbindung und Erprobung im Team komplettiert”, erklärt Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin für Lehre an der MedUni Wien. “Es stellt eine wichtige Weiterentwicklung des Wiener Medizin-Curriculums im Sinne der Qualitätssteigerung dar. Es freut mich, dass es den Medizin-Unis gelungen ist, gemeinsame Standards festzulegen.” <…>

VSStÖ (Link): Medizin studieren wird künftig für sozial schwache Studierende noch unmöglicher
Wien (OTS) -  Künftig sollen Studierende 48 Wochen lang 35 Stunden pro Woche kostenlos und ohne jegliche soziale Absicherung in Krankenanstalten in ganz Österreich arbeiten”, so Miriijam Müller, Bundesvorsitzende des Verband sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und selbst Medizinstudentin an der Medizinischen Universität Wien. “Der neue Studienplan birgt viele Tücken in sich. Auch wenn die Verbesserung der klinischen Ausbildung durch Einführung des Praktischen Jahres grundsätzlich begrüßenswert ist, so schlecht ist die geplante Umsetzung. Bisher gibt es keine definierten Übergangsregelungen, für viele ändert sich mitten im Studium der komplette Studienplan. “Für Studierende mit Betreuungspflichten und jene, die arbeiten müssen um ihr Studium finanzieren zu können, ist der neue Studienplan eine reine Katastrophe. Die Krankenanstalten, in denen das KPJ absolviert wird, befinden sich in ganz Österreich, was eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt, da weder Unterkünfte noch Verpflegung verpflichtend zur Verfügung gestellt werden müssen.
Die Studierendensozialerhebung zeigt, dass vor allem ältere Studierende massiv armutsgefährdet sind und zu einem Drittel bereits unter der Armutsgrenze leben. Die Kürzung der Familienbeihilfe hat diese Situation weiter verschärft. Nein zu einem derartig unsozialen Praktischen Jahr!”

ÖH Medizin (Link): <…> “Die MUW macht dadurch einen großen Schritt in Richtung mehr Praxis und einer verbesserten klinischen Ausbildung während des Studiums. Durch die Möglichkeit Teile davon im Ausland zu absolvieren wird zusätzlich die Internationalität gefördert”, so Christian Orasche, Vorsitzender der ÖH Medizin Wien. ”In den letzten Jahren wurde massiv an der Entwicklung des praktischen Jahres gearbeitet. Dabei wurde speziell auf eine studierendenfreundliche Umsetzung geachtet, sodass Studierende nicht zu billigen Arbeitskräften in den Krankenhäusern degradiert werden und eine verbesserte qualitätsgesicherte klinisch-praktische Ausbildung für unsere Studierenden gewährleistet wird.”, erklärt Michael Wagner, Vorsitzender der Studienvertretung für Humanmedizin. “Dadurch werden Studierende besser ins Team der Ärzte integriert. <…> zukünftigen Entwicklung des praktischen Jahrs auch kritisch gegenüberstehen. Ein praktisches Jahr im Umfang von 48 Wochen bedeutet eine zeitintensivere Ausbildung als bisher. Studierende, die sich ihr Studium selbst finanzieren oder bereits ein Kind haben, dürfen nicht auf der Strecke bleiben”, warnt der ÖH Medizin Vorsitzende. “Deswegen muss die Universität jenen Studierenden finanziell unter die Arme greifen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die MUW sie mit finanziellen Mitteln unterstützt.”

Betriebsversammlung am 21. Februar 2012

EINLADUNG

zur

BETRIEBSVERSAMMLUNG

des wissenschaftlichen Personals

am

Dienstag, 21. Februar 2012

     um      

13.00 Uhr s.t.

 im

HS 3, Hörsaalzentrum AKH

Währinger Gürtel 18-20

 

Tagesordnung 

1.Eröffnung der Betriebsversammlung

2.Budgetsituation  und Konsequenzen
(Aufnahmestopp und kostensparende Journaldienste)

3.  Allfälliges 

Aufgrund des Arbeitsverfassungsgesetzes steht allen Bediensteten – sofern nicht schwerwiegende dienstliche Gründe entgegenstehen – das Recht zu, an einer Betriebsversammlung teilzunehmen. 

Ausbildung der JungärztInnen

Die Presse interviewte JungärztInnen in Facharztausbildung, deren Aussagen über ihre Ausbildung mit den von der Ärztekammer erhobenen, nicht zielführenden Beschäftigungsprofilen von JungärztInnen korrelieren

Patientendaten aufnehmen, Blutdruck messen und Infusionen wechseln: So beschreibt ein junger Mediziner, der gerade seine Facharztausbildung am Wiener AKH absolviert, im Gespräch mit der „Presse“ seinen Alltag. Diese Routine würde 70 bis 80 Prozent seines Arbeitsalltages ausmachen. Für seine eigentliche Aufgabe, die ärztliche Ausbildung, bleibe da wenig Zeit.
„Die jungen Ärzte sind immer weniger oft bei Visiten dabei – ihr Know-how bleibt auf der Strecke“, sagt Gerald Radner, Referent für Qualitätssicherung der Wiener Ärztekammer. Die Turnusärzte seien vor allem „billige Systemerhalter“.

Link: DiePresse.com

AKH Wien: Hilferuf der jungen AssistenzärztInnen

Systemerhalter JungärztInnen. Sie arbeiten bis zu 90 Stunden, die Zeit für Forschung und Ausbildung fehlt schon jetzt. Der Spardruck macht alles schlimmer. Alexandra Parragh, Wien, berichtet für die Salzburger Nachrichten

   Die Assistenzärzte des AKH rufen um Hilfe. Warum, das erklärten sie Dienstagabend bei einem Hintergrundgespräch der Jungärzte-Vertreter der Ärztekammer Wien. Da ist zum Beispiel eine junge Ärztin, die aus Angst vor beruflichen Konsequenzen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Sie sagt, dass sie sich bewusst für die Forschung und das AKH entschieden habe, das zugleich die Medizinische Universität Wien ist. Sie habe aber nicht gedacht, dass sie im Schnitt 80 Stunden pro Woche arbeiten werde. Ihr Kollege, der ebenfalls anonym bleiben will, nickt. „Wir wollen nicht länger Systemerhalter der Krankenhäuser sein“, sagt er. Denn ein guter Teil seiner Arbeitszeit gehe für Dokumentationen, Blutabnehmen, Infusionensetzen drauf – Arbeiten, die genauso gut das Pflegepersonal erledigen könnte.

Die Assistenzärzte Martin Andreas und Alexander Kavina, die sich öffentlich zu Wort melden dürfen, weil sie Ärztekammer-Vertreter sind, sehen das genauso. „Uns bleibt vor lauter Blutabnehmen und Infusionen zu wenig Zeit für die Ausbildung“, sagen sie. Geforscht werde in der Freizeit. <…> Link: Salzburger Nachrichten“ 

Link zur ORF-Mediathek: ORF2 


Minister Töchterle soll sich vor Ort den Realitäten stellen: MedUni Wien, Graz und Innsbruck

Kurt Grünewald,Wien (OTS) – “Die Gründung eigener Medizinischer Universitäten und ihre Ausgliederung aus den Stammuniversitäten erzwang den Aufbau eigener Binnenstrukturen in der Verwaltung. Die Investitionen in Personal und Räumlichkeiten verursachten beträchtliche Mehrkosten, die vom Bund nur unzureichend ausgeglichen wurden”, erläutert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die derzeitige Problematik.

“Gleichzeitig finanziert das Wissenschaftsministerium die den Ländern überantwortete Verpflichtung der Krankenversorgung in Wien mit 100 Prozent des ärztlichen Personals und der Journaldienste, in Graz zu 50 Prozent und in Innsbruck zu 46 Prozent. Auch bei Bau- und Sanierungskosten ist der Bund mit bis zu 50 Prozent der Kosten beteiligt, ähnliches gilt für die apparative Ausstattung. Die weitestgehende Inanspruchnahme von UniversitätsärztInnen für die Belange der Krankenversorgung erlaubt kaum mehr die Erfüllung der Dienstpflichten in Forschung und Lehre und stellt den wissenschaftlichen Nachwuchs vor massive Probleme. Lokale Sparmaßnahmen erhöhen die Arbeitsbelastung nochmals und Verletzungen des Arbeitszeitgesetzes sind an der Tagesordnung”, warnt Grünewald. “Der Vorschlag, budgetäre Umschichtungen würden die Aufrechterhaltung des Routinebetriebes ermöglichen sind naiv, da hier nur ‘Löcher’ gestopft werden indem wieder andere aufgerissen werden. Gute Berufungen auf Professuren scheitern am Geld und unzureichend guten Arbeitsbedingungen.”

“Dem Ministerium sind diese, seit Jahren existierenden, Probleme bekannt. Angemessene Reaktionen fehlen. Obwohl nahezu ein Drittel des Budgets aller 21 Universitäten von den Medizinischen Universitäten okkupiert wird fehlen im Ministerium entsprechende Strukturen um dieser krisenhaften Entwicklung zu begegnen. Somit sind die Medizinischen Universitäten in den Verhandlungen mit den Ländern weitgehend ohne entsprechende Unterstützung durch den Bund in einer schlechten, ja unterlegenen Position”, analysiert Grünewald die derzeitige Lage.

“Wenn man den Eindruck, ja die Überzeugung gewinnt, dass man im Ministerium nicht verstanden wird und dort auch kein Verständnis für die realen Arbeitsbedingungen an den Kliniken vorhanden ist, kann ich verstehen, dass man, wie nun in Innsbruck, zu drastischeren Mitteln greift, wenn alles andere nichts nützt. Vertröstungen und Banalisierung der Situation an Universitätskliniken müssen ein Ende haben und Minister Töchterle sollte sich vor Ort bei den Betroffenen der Realität stellen”, fordert Grünewald.

MedUni Innsbruck: Ab April keine Nachtdienste

“Die Presse” berichtet: Der Universitätsrat der Medizinischen Universität Innsbruck hat für den Fall einer weiterhin fehlenden Finanzzusage vonseiten des Bundes die Einstellung der fachärztlichen Nacht- und Wochenenddienste von Bundesärzten ab 1. April beschlossen. Komme es bis Ende Februar zu einer Zusage, trete der Beschluss nicht in Kraft, erklärte der zuständige Rektor, Herbert Lochs, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Der Med-Uni fehlen für das laufende Jahr 5,4 Millionen Euro. Durch die jetzt angedachten Maßnahmen könnten rund fünf Millionen Euro eingespart werden. <…> Link: DiePresse.com 

…und die Reaktion des Wissenschaftsministers zu lesen in der “Tiroler Tageszeitung”:
Innsbruck – Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) tobt. Die Drohung der Innsbrucker Medizin-Universität, die Ärzte keine Nacht- und Wochenenddienste mehr machen zu lassen, wenn die Uni nicht zusätzliche 5,5 Millionen Euro erhalte, treibt den Blutdruck des Ministers in ungewohnte Höhen. Es sei zunehmend unerträglich, dass die Medizin-Uni glaube, dass der Bund jedes Loch stopfe, das durch „mangelnde Planungsfähigkeit entsteht“, sagt Töchterle im Gespräch mit der TT. <…>


MedUni Wien Blog

wird als Info-Blog vom Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien für alle MitarbeiterInnen des wissenschaftlichen Personals betrieben.

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