Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen !
Das Szenario “1. 2. 2012 Einsparung von 27 Journaldiensträdern“ konnte abgewendet werden, da das Ministerium der MedUni 9 Mio. Euro borgt. Dieser Betrag muss allerdings 2013 zurückgezahlt werden und es steht heute noch nicht fest wie hoch das Unibudget dann ausfallen wird.
Unsere weiteren Forderungen nach Besetzung der bisher eingesparten Stellen wurde nicht berücksichtigt, der absolute Aufnahmestopp wurde zwar zurückgenommen, allerdings haben wir 2012 mit Restriktionen bei der Nachbesetzung frei werdender Stellen zu rechnen. Was das genau heißt, ist nicht bekannt. Der Rektor möchte aber verhindern, dass aufgrund der Personalausdünnung die Journaldienste nicht mehr besetzbar sind.
Gleichzeitig wurde am 16. Dezember eine Arbeitsgruppe bestehend aus Rektor, Direktor und Vertretern von Gemeinde Wien und Bund (Wissenschaftsministerium) konstituiert. Dort sollen „Strukturprobleme, die zu einer Kostenexplosion im Personalbereich geführt haben“ gelöst werden. Die sogenannte Kostenexplosion im Personalbereich gibt es nicht aufgrund höherer Personalzahlen oder Gehaltserhöhungen, sondern weil die Inflation und Biennalsprünge Mehrkosten verursachen. Diese wurden der Universität nicht entsprechend abgegolten. Die Universität wird durch das Wissenschaftsministerium chronisch unterfinanziert und irgendwann geht sich die Bezahlung der Leistungen dann nicht mehr aus. Dies war durchaus vorhersehbar und ist nicht überraschend gekommen.
Eine Lösung der Strukturprobleme ist durch eine Arbeitsgruppe ohne Teilnahme der verantwortlichen Politiker meiner Meinung nach nicht möglich. Gemeinde und Bund müssen sich zur Finanzierung von MedUni/AKH bekennen und bereit sein, die benötigten Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Deshalb haben wir auch öffentlich zu einem runden Tisch der Politiker Minister Töchterle und Stadträtin Wehsely eingeladen.
Unsere Forderung ist einfach: wir benötigen eine nachhaltige Finanzierung der MedUni und des AKH um weiter wie bisher Spitzenforschung, Lehre und PatientInnenbetreuung auf höchstem Niveau anbieten zu können.
Es wird unbedingt notwendig sein, die Budgets für 2013-2015 so zu bemessen, dass die MedUni nachhaltig finanziert ist und wir nicht innerhalb von wenigen Monaten wieder in der Situation sind, signifikant Personal einsparen zu müssen. Es wird an unserer Universität Großartiges unter großen persönlichen Opfern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet. Diese Leistungen spiegeln sich in allen Statistiken wider und werden ja auch von unserer Uni entsprechend beworben. Kein Wunder also, dass wir bei PatientInnen immer beliebter sind und immer mehr Patientinnen und Patienten Hilfe an unserer Uni bzw. im AKH suchen.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb ohne Diskussionen milliardenteure Tunnels gebaut werden oder Milliarden von Euro den maroden Banken zur Verfügung gestellt werden, aber bei den Universitäten und im Gesundheitssystem trotz steigender Leistungen und Möglichkeiten ohne Rücksicht auf Verluste gespart werden soll. Ich kann diese Prioritätensetzug nicht nachvollziehen.
Ihr
Thomas Szekeres,
Betriebsratsvorsitzender f.d.
wissenschaftl. Personal
















