Archiv für 12. Dezember 2011

Treffen Wehsely – Dorner – Töchterle zum Thema AKH-Kollaps

   Beim heutigen Treffen (12.12.2011) von Gesundheitsstadträtin Wehsely, Ärztekammerpräsident Dorner und Wissenschaftsminister Töchterle gab es weitere Versprechungen und Ankündigungen des Ministers zur Finanzierung eines MedUni-Budget-Fehlbetrages von 2011. Lösungen der chronischen strukturellen AKH-Probleme und der akuten finanziellen AKH-Probleme gab es weiterhin nicht.

   Der Betriebsrat geht davon aus, dass sein gepflegter Aktionismus in den letzten Wochen die politische Erkenntnis über die Unmöglichkeit der Sparmaßnahmen auf dem Rücken der AKH-PatientInnen und -MitarbeiterInnen zu Stande gebracht hat. Künftige Aktionen des Betriebsrats und der Rückhalt bei den von Sparmaßnahmen betroffenen PatientInnen werden die verantwortlichen PolitikerInnen zu Lösungen drängen.

Der Text der gemeinsamen Presse-Aussendung von Stadträtin Wehsely und ÄK-Präsident Dorner:

“Der heutige Termin, zu dem Wissenschaftsminister Töchterle eingeladen hatte, führte leider noch zu keinem Ergebnis. Wissenschaftsminister Töchterle selbst hatte kürzlich angekündigt, ein Ergebnis präsentieren zu wollen. Er sagte heute jedoch zu, bis Weihnachten eine Lösung zu präsentieren”, erklärten Ärztekammer-Präsident Walter Dorner und die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely am Montag im Anschluss an einen Termin mit Wissenschaftsminister Töchterle. “Notwendig ist die Einhaltung des gültigen Vertrags. Der Betrieb des AKH Wien muss für das Jahr 2012 gesichert werden”, so Wehsely. Töchterle sollte “sich einen Ruck geben und die notwendigen neun Millionen Euro seiner Medizinuniversität zur Verfügung stellen”, so Dorner. Man habe sich darüber verständigt, eine bessere gemeinsame Steuerung von AKH Wien und Medizinuniversität Wien erreichen zu wollen. Ein entsprechender politischer Auftrag an die BeamtInnenrunde am Donnerstag wurde von Minister Töchterle und Stadträtin Wehsely formuliert.
Link zur Presseaussendung.

Link zum ORF-Bericht dazu.
“Laut dem Ressortchef wird es auf Einladung von Med-Uni-Rektor Wolfgang Schütz Ende der Woche ein Treffen von Vertretern der Uni, des Wissenschaftsministeriums, der Stadt Wien sowie des AKH geben.”

Heute AKH-Gespräch zwischen Töchterle und Wehsely. MedUni-Betriebsrat von Ärztekammer ausgeladen

Der ORF berichtet:

   Wissenschaftsminister Karl-Heinz Töchterle, die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) und die Ärztekammer werden heute zu einem Gespräch über die Finanzierung des AKH zusammenkommen.

   Wehsely geht davon aus, dass Töchterle eine Lösung präsentieren wird und die befürchteten Sparmaßnahmen vom Tisch kommen. Der Minister hatte ja vor einer Woche bei einer Veranstaltung im AKH angekündigt, sich intensiv um eine Lösung zu bemühen – mehr dazu in Töchterle verspricht Lösung.

   Nun könnte es so weit sein. Ob die Lösung eine gemeinsame Betriebsgesellschaft ist oder vorerst die fehlenden neun Millionen Euro vom Bund beglichen werden und die große Lösung noch ausverhandelt wird, ist offen.

Link zum ORF-Aviso
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Nach Informationen hat der Ärztekammerpräsident den Vorsitzenden der Kurie der Angestellten ÄrztInnen und Betriebsratsvorsitzenden des wissenschaftlichen Personals der MedUni im AKH nicht eingeladen.

AKIM re-re-re-considered

 

  Wie das Nachrichtenmagazin “profil” in seiner Montag, 12.12.2011, erscheinenden Ausgabe berichtet, übt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte schwere Kritik am neuen IT-System des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (AKH). Laut dem vom Wissenschaftsministerium beauftragten Gutachten sei das Projekt AKIM (AKH-Informationsmangement) “ohne adäquate Organisations- und Controllingstruktur” durchgeführt worden. Das AKH habe “keine hinreichenden Strukturen eingerichtet, um ein solches Projekt ordnungsgemäß abzuwickeln”. Das beauftragte IT-Unternehmen Siemens habe sich laut Deloitte-Bericht “als der Experte für die Einführung von Krankenhaussoftware dargestellt”, aber sich das notwendige Know-how “erst im Laufe des Projekts angeeignet”. Laut “profil” drohen zusätzlich zu den projektierten 36 Millionen nun Mehrkosten im Ausmaß von 14 Millionen Euro.
   Wie “profil” weiters berichtet, soll nun das Wiener Kontrollamt auf Bitte des AKH das Projekt AKIM untersuchen. Die Medizinische Universität Wien hat ihrerseits den Rechnungshof um eine Überprüfung ersucht.
   Das Projekt AKIM wurde 2002 gestartet und läuft derzeit im Probebetrieb an einzelnen Universitätskliniken des AKH. AKIM soll alle IT-Bereiche eines modernen Spitals abdecken und die gewonnenen Patientendaten für wissenschaftliche Tätigkeiten an den Universitätskliniken aufbereiten. Die Gemeinde Wien als AKH-Betreiberin übernahm mit 21,8 Millionen 60 Prozent der projektierten Kosten, der Bund den Rest in Höhe von 14,5 Millionen Euro.

Bitte hier klicken und weiterlesen: Reaktion der VP-Gesundheitssprecherin


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