Archiv für September 2011

MedUni-Rektor fordert fixe Zusage für Hochschul-Milliarde

Rektor Schütz

Ankündigungen alleine bringen nichts, kritisiert MedUni-Wien-Rektor Wolfgang Schütz. Er will zudem, dass “ein Großteil” der angekündigten Mittel den Universitäten zugute kommt

   Ankündigungen alleine reichen nicht, sagte der Rektor in Richtung von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Er fordert eine fixe Zusage der in Aussicht gestellten Hochschulmilliarde. “Wir wollen das möglichst bald abgesichert schriftlich haben”.
   Die Unis müssten sich bei ihrer Budgetplanung an schriftliche Unterlagen halten. Und die besagen derzeit, dass das aktuelle Budget ohne Erhöhung auch 2013 bis 2015 fortgeschrieben wird. “Daher müssen wir bereits jetzt haushaltstechnische Maßnahmen ergreifen, um die bis zu diesem Zeitpunkt erhöhten Personalkosten auch zahlen zu können”, so Schütz, der auf den bereits seit 1. Jänner dieses Jahres laufenden Aufnahmestopp an seiner Uni verweist. [...]
26.09.2011, Link: DiePresse.com  

Wien: Weiterhin Nein zu “Rufbereitschaft statt Journaldienst”

Vorrang für die Versorgung der Wiener PatientInnen. Dorner/Wehsely: Weiterhin Nein zur Rufbereitschaft in Wien

Nach einem gemeinsamen Gespräch unterstrichen am Dienstag die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely und Ärztekammerpräsident Walter Dorner den “Vorrang für die Versorgung der Wiener Patienten”.

   In den Wiener Gemeindespitälern stünden im Rahmen des aktuellen Reformprozesses fachärztliche abteilungsübergreifende Pooldienste sowie Rufbereitschaften weiterhin nicht zur Diskussion.  Die ärztliche Standesvertretung unterstützt das Wiener Spitalskonzept 2030 weiterhin mit allen Kräften. Weil: “Stillstand bedeutet Rückschritt”, so Wehsely und Dorner unisono. Zur Umsetzung des Konzepts werde es auch künftig regelmäßige Konsultationen geben.

Bitte hier weiterlesen!

Arbeiterkammer Wien unterstützt Gesundheitskampagne

    „Nur wenn sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigen der Gesundheitsberufe entscheidend verbessern, können wir auch in Zukunft gute Pflege und den hohen Standard bei der medizinischen Versorgung für alle PatientInnen sichern“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel zur aktuellen Kampagne der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, die auf die oft schwierigen Arbeitsbedingungen in den Gesundheitsberufen aufmerksam macht. Denn in den Gesundheitsberufen fehlen in den nächsten Jahren in Österreich tausende Fachkräfte.

Link: Unterstützungserklärung der Arbeiterkammer

Wiener Gesundheitsappell

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Michael Häupl,
sehr geehrte Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely,

im März veröffentlichte die Arbeiterkammer Wien gemeinsam mit den zuständigen Gewerkschaften eine Studie mit Fakten und Hintergründen zu den Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen der Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Das Fazit: Bei den Gesundheitsberufen ist die Grenze der Belastung erreicht. Die Pflege und Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen ist in Gefahr.

Trotzdem haben Sie weitere Sparmaßnahmen für das Wiener Gesundheitswesen angekündigt. Als Patient, als Angehöriger, als Beschäftigter, als Bürger der Stadt Wien fordere ich Sie auf: Arbeiten Sie dafür, das Wiener Gesundheitssystem zu retten. Stellen Sie die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, die eine gute gesundheitliche Versorgung auch in Zukunft sicherstellen.

Mit freundlichen Grüßen,

[Ihr Name]

Der  ”Wiener Gesundheitsappell” (der gegenwärtig laufenden Gesundheitskampagne) an den Bürgermeister und die Gesundheitsstadträtin kann im Interesse der Beschäftigten, der PatientInnen und unserer Gesundheit online bei
http://www.gesundheitskampagne.at/wiener-appell.html 
unterzeichnet werden.

Youtube-Video vom Beginn der Gesundheitskampagne am 14.9.2011 hinter dem Wiener Rathaus (an der Rathaus-Vorderseite steht das Zelt des Zirkus Roncalli) mit der Ansprache Bernhard Harreithers. Eine dynamische Videoprojektion an der Rathauswand zeigt Flammen und den Spruch: “Ausgebrannt, heute unsere Spitäler, morgen das ganze… System”.

Niederösterreichs Ärzte- und Arbeiterkammern unterstützen Wiener KollegInnen

Bei einer Arbeitstagung der Niederösterreichischen Ärzte- und Arbeiterkammer wurden die jüngsten Entwicklungen im Wiener Spitalsbereich als beunruhigend bezeichnet.  NÖ Ärztekammer-Vizepräsident Dr. Ronald Gallob und die Vizepräsidentin der Arbeiterkammer NÖ, Brigitte Adler, haben daher  eine gemeinsame Erklärung der Interessenvertretungen zur Unterstützung der Wiener KollegInnen verabschiedet.

Die Erklärung im Wortlaut:

“Die jüngsten Ereignisse im Wiener Spitalsbereich zeigen die Sorge der Interessenvertreter, dass durch eine generelle Ökonomisierung der Medizin eine unreflektierte Personalreduktion und daraus resultierend eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Patientenversorgung drohen.

Die Ärztekammer für NÖ und die NÖ Arbeiterkammer arbeiten seit mehr als zwei Jahren an der Lösung gemeinsamer Probleme der Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufe eng zusammen.

Die im “St. Pöltner Appell der Gesundheitsberufe” am 13.5.2011 zusammengefassten Forderungen an die Entscheidungsträger in der Gesundheitspolitik sind in weiten Teilen übereinstimmend mit den Wiener Forderungen.

Die Ärztekammer für NÖ und die NÖ Arbeiterkammer erklären ihre Solidarität und Unterstützung für die in Wien tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen.”  

Aktion für MitarbeiterInnen: Versicherung

Neben einer Beratung am 21.9.2011 von 15.00 – 18.00 Uhr im Grünen Bettenturm auf Ebene 14 bietet die Merkurversicherung den MedUni MitarbeiterInnen auch eine Rabattaktion bei Gesundheitsversicherungen an

Nähere Info: Klick auf die Abbildung

1500 bei “Zeit für Menschlichkeit”

   Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten  hat am 14. September 2011 mit der Kampagne “Zeit für Menschlichkeit” begonnen. Eine dynamische Video-Installation (“Brennendes” Rathaus; mit darauf projiziertem Text: “Ausgebrannt, Heute unsere Spitäler, morgen das ganze… System”. Siehe auch 2 Videos im unteren Teil dieses Artikels) begleitete den Kampagnenaufruf  Bernhard Harreithers während seiner Rede vor 1500 ZuhörerInnen, Beschäftigten des Wiener Krankenanstaltenverbunds.

   Anwesend waren auch Vertreter der Wiener Ärztekammer, sowie  Ärzte und BetriebsrätInnen des AKH/der MedUni Wien als Zeichen ihrer Unterstützung der Kampagne für adaequate Arbeitsbedingungen, ausreichend ärztliches, Pflege- und sonstiges Personal im Wiener Gesundheitswesen und damit für bessere und menschlichere Pflegebedingungen für Patientinnen und Patienten.

 
Zum Nachlesen: Link zum Kommentar Bernhard Harreithers im Kurier v. 12.9.2011
Homepage der Kampagne: http://www.gesundheitskampagne.at/  mit “KAV-Leaks” , d.s. Einzelberichte mit Aufdeckung von unguten Arbeitsbedingungen im Umfeld der Betroffenen. Und mit der Möglichkeit solche Bedingungen dort auch selbst zu dokumentieren und öffentlich zu machen.

Und noch ein Video mit weiteren Interviews von der Demo. Quelle:  ZivilGesellschaftlicher TV-Sender (ZiGe.TV), Georg Schütz.

Betriebsrat gründet “Rettet das AKH”-Bewegung

Gegen Budgetkürzung im Gesundheitsbereich.
Die “Kronenzeitung” berichtet

Wien (c. p.). – Die Ärzte im größten österreichischen Spital, dem AKH, schlagen jetzt Alarm. Wegen der dramatischen Budgetlage musste ein Aufnahmestopp verhängt werden, es droht eine deutliche Reduktion der Nachtdienste, der Notaufnahme der Chirurgie, Anästhesie, in der Kinderklinik drohen prekäre Zustände. Der Ärzte-Betriebsrat der medizinischen Universität, Thomas Szekeres: “Ich werde jetzt einen Verein ,Rettet das AKH gründen. Mit dieser Notwehraktion werden Spenden gesammelt, um den ärztlichen Betrieb im AKH für die Patienten gewährleisten zu können. Aber ich hoffe auch auf Verhandlungen.”
Link: Rettet das AKH (Kampagnen-Homepage),
Link: ORF-Bericht

Gesundheitspolitik in der Stadt

 Link zu den gewerkschaftlichen Forderungen: Klick Abbildung.
Die Kampagne startet am Mittwoch, 14.9.2011,
um 19.00 Uhr

im Florianipark hinter dem Rathaus

Über den Nachholbedarf in den Arbeitsbedingungen im Wiener Gesundheitswesen ist auch eine mediale Debatte zwischen der Kurie der angestellten ÄrztInnen (Wiener Ärztekammer) und dem Generaldirektor des KAV (Wiener Krankenanstaltenverbund) entbrannt.
Die Links dazu finden Sie hier:
Ärztekammer
KAV-Direktor

MedUni Wien im QS University Ranking

MedUni WienDas Rektorat berichtet:
Die Medizinische Universität Wien hat sich in den weltweiten “QS World University Rankings” (früher Times Higher Education-Ranking) in der Kategorie “Life Science & Medicine” von Platz 197 im Vorjahr im eben erschienenen Ranking auf Position 115 verbessert. In der Wertung, in der nur die medizinischen Universitäten gereiht werden, rangiert die MedUni Wien auf dem geteilten 101. Platz.

   “Die positive Entwicklung in den Rankings unterstreicht die Anerkennung, die sich die Medizinische Universität Wien mit ihrer Profilierung in Forschungsclustern und Klinischen Schwerpunktprogrammen in den vergangenen Jahren weltweit erworben hat”, meint Rektor Wolfgang Schütz. Spitzenpositionen nehmen die Wiener ForscherInnen beispielsweise in den Bereichen Immunologie/Allergologie/Infektiologie, Krebsforschung, Neurowissenschaften und Vaskuläre Medizin ein. In der Transplantationsmedizin gehört Wien zu den erfolgreichsten und größten Zentren, in der Rheumatologie gilt Europa als führend und Wien als “das” Zentrum. Josef Smolen von der Universitätsklinik für Innere Medizin III ist beispielsweise der meistzitierte deutschsprachige Rheumatologe.

   Schütz verweist auch auf die wirtschaftliche Dimension von erfolgreicher Forschung: “Mit unseren wissenschaftlichen Erfolgen haben sich seit der Selbständigkeit im Jahr 2004 auch unsere Drittmittel sehr positiv entwickelt. Man darf aber nicht dem Trugschluss erliegen, dass diese die notwendige öffentliche Finanzierung ersetzen könnte. Wenn an jenen Basismitteln gespart wird, die unabhängige Forschungsaufgaben ermöglichen, werden rasch sowohl wissenschaftlicher Output, als auch die kompetitiven Drittmittel wieder sinken.”

   QS World University Rankings QS hatte bis 2010 für das World University Ranking des Times Higher Education-Magazins die Daten ausgewertet. Nun veröffentlicht QS ein eigenständiges Ranking. QS Ltd. ist ein internationales Bildungs- und Karrierenetzwerk, das Veranstaltungen, Umfragen und interaktive Webtools zu den Themen Hochschul- und Weiterbildung sowie zur Karriere sowie Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten anbietet.

AKIM: Meinungen von Uni-Rat, AKH-Direktion, Ministerium

Die neueste Ausgabe der Wochenzeitschrift “profil” (nr.38) berichtet in einem Artikel auf Seite 21 von Bedenken rund um die seit Jahren stattfindende Umsetzung des Allgemeinen Krankenhausinformations-Managements (AKIM).  Alle in der Patientenversorgung tätigen potenziellen AKIM-Nutzer erwarteten von diesem einen “positiven Einfluss auf den klinischen Betrieb”. Artikel-Link: Klick auf das “profil”-Logo

 

 

 

[...] Ende 2010 schrieb der Vorsitzende des Uni-Rats, Ex-ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek, einen Beschwerde- und Warnbrief an Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Busek in der Vorwoche gegenüber profil: “Alle Beteiligten waren dem Projekt nicht gewachsen. Das System AKIM in seiner jetzigen Form reicht für ein Gemeindespital aus, aber sicher nicht für eine Universitätsklinik.“ Laut Insidern drohen der MUW im schlimmsten Fall Mehrkosten bis zu 15 Millionen Euro. AKH-Direktor Krepler kalmiert: “Unsere Aufgabe ist es, einen Kompromiss zwischen den berechtigten Wünschen der Universitätskliniken und dem finanziell Möglichen zu finden.“
Offenbar alarmiert vom Universitätsrat, entwickelte auch das Wissenschaftsministerium in den vergangenen Monaten eine gewisse Skepsis gegenüber dem Projekt. Der Generalsekretär des Ressorts, Sektionschef Friedrich Faulhammer, beauftragte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, AKIM zu durchleuchten. Faulhaber: “Bevor nicht alle offenen Fragen bei den Abrechnungen und beim Finanzplan geklärt sind, werden seitens des Bunds keine weiteren Zahlungen erfolgen.“ (Artikel-Link: Klick auf das “profil”-Logo)

Universitäten sollen besser kommunizieren

In einem Kommentar im STANDARD bringt Rudi Klausnitzer, Medien- und Kulturmanager und Mitglied des Universitätrats der MedUni Wien, seine Meinung und Besorgnis über die schlechte Kommunikation der Unis nach außen zum Ausdruck (Link: Klick auf das Foto).

    Den Unis geht es budgetmäßig schlecht, und das wird sich mittel- und langfristig zu einer kaum gutzumachenden bildungspolitischen Katastrophe auswachsen. Leider machen auch die Unis in dieser Situation einen Fehler: Sie kommunizieren reflexartig nur mit der Drohung, was in Zukunft aufgrund dieser Situation alles gekürzt werden muss und führen überwiegend Stakeholderdiskussionen. Das ist zwar sachlich richtig, reicht aber nicht aus.
   Was die Unis seit langem brauchen, ist eine umfassende Informationskampagne, die der Bevölkerung klarmacht, welche gesellschaftliche Funktion die Universitäten erfüllen und wie sich eine Verminderung ihrer Leistungsfähigkeit für alle BürgerInnen und deren Alltag auswirken wird.

Weiterlesen ‘Universitäten sollen besser kommunizieren’


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