Archiv für Juli 2011

OECD-Bericht über Österreichs Gesundheitssystem 2011

Im Rahmen des kürzlich veröffentlichten OECD-Wirtschaftsberichts 2011 findet man auch einen Bericht über das österreichische Gesundheitssystem (S.21-29), dem man große Wertschätzung entgegenbringt, aber dessen Effizienz (trotz steigender Lebenserwartung) in einigen speziellen Sektoren hinterfragt wird. Die Kosten werden von den Autoren für zu hoch erachtet (11% des BIP, obwohl ohne Kostenexplosion, schon seit mehr als 10 Jahren praktisch gleichbleibend). Auch Empfehlungen finden sich hier.

   „Österreich wendet umfangreiche öffentliche und andere Ressourcen für das Gesundheitssystem auf. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP ist mit 11% so hoch wie in kaum einem anderen OECD-Land, insbesondere aufgrund der hohen öffentlichen Ausgaben (8,5%). Gesundheitsbezogene Ausgaben machen 16% der gesamten öffentlichen Ausgaben aus. Die Zahl der Allgemein- und Fachärzte/Innen und auch der Akutbetten und hochtechnologischen medizinischen Geräte je EinwohnerIn wird innerhalb der OECD kaum übertroffen. Die gute Leistungsfähigkeit des Systems spiegelt sich in einigen wichtigen Indikatoren wider, wie der Lebenserwartung, bei anderen aber nicht, zum Beispiel bei der Quote der vermeidbaren Krankenhauseinweisungen. Die Lebenserwartung liegt bei über 80 Jahren und ist deutlich gestiegen. Die BürgerInnen hängen mittlerweile sehr am etablierten Gesundheitssystem, insbesondere schätzen sie die örtliche Verfügbarkeit. Doch in der Zukunft wird die Aufrechterhaltung dieser hohen Versorgungsdichte und Qualität im Gesundheitssektor eine große Herausforderung sein, wenn die wachsende Anzahl älterer Menschen den Bedarf an medizinischer Versorgung erhöht, während sich die Beitragszahlungen verringern.

Vor diesem Hintergrund und im Lichte aktueller Konsolidierungsbemühungen muss hinterfragt werden, ob die umfangreichen öffentlichen Ressourcen im Gesundheitssystem angemessen eingesetzt sind und ob es möglich ist, das Ansteigen der öffentlichen Gesundheitsausgaben dauerhaft zu verringern, ohne die Qualität und Wirksamkeit der Leistungen einzuschränken?“ [...]
Link: direkt zum OECD-Gesundheitsbericht Österreich (S.21-29). Klick auf obiges Icon bringt Sie zum gesamten Österreich-Bericht und zu den Abbildungen.

4.614 KandidatInnen beim diesjährigen Eignungstest Medizinstudium

   Es sind 4.614 (82 Prozent) von insgesamt 5.600 angemeldeten StudienanwärterInnen auch tatsächlich zum Test (EMS) in der Messe Wien erschienen. Im Vorjahr war ein Viertel der angemeldeten TeilnehmerInnen nicht zum Test angetreten. Für die Medizinische Universität Wien ergibt sich aus dem neuen Anmeldesystem eine beträchtliche Einsparung der für den Test anfallenden Kosten und den Einsatz dieser Mittel für die eigentlichen Aufgaben der Universität.

   Insgesamt stehen an der Medizinischen Universität Wien im Wintersemester 2011/12 740 Studienplätze zur Verfügung (660 Humanmedizin, 80 Zahnmedizin). Entsprechend dem gesetzlichen Quotenschlüssel gehen davon 75 Prozent an StudienwerberInnen mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Personen aus Ländern der EU sowie fünf Prozent an Personen aus Nicht EU-Ländern. 
   Die Ergebnisse des heutigen EMS-Tests werden Anfang August feststehen.

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Wartezeiten auf geplante, nicht akut notwendige Operationen

Vor kurzem wurde im Parlament beschlossen, dass künftig Wartezeiten für geplante Operationen veröffentlicht werden müssen. Die Länder werden dadurch verpflichtet, in den Spitälern ein entsprechendes Wartezeiten-Management einzuführen. „Damit trägt Gesundheitsminister Alois Stöger einer zentralen Forderung der AK Rechnung. Mit diesem Gesetz wurde ein wichtiger Schritt im Kampf gegen eine Zwei-Klassen-Medizin in Österreich getan“, sagt Dr. Johann Kalliauer, Präsident der AK Oberösterreich.

   Im neuen Gesetz ist verankert, dass Österreichs Spitäler künftig die Termine für planbare Operationen im Internet veröffentlichen müssen. Außerdem werden die Länder verpflichtet Kriterien auszuarbeiten, nach denen die Terminreihung zu erfolgen hat. Der Nutzen für Patientinnen und Patienten: standardisierte medizinische Kriterien, die eine Terminreihung nachvollziehbar machen. Das war nicht immer so. Bisher mussten Patientinnen und Patienten in Oberösterreich beispielsweise für eine Kniegelenksoperation mindestens fünf Monate auf einen OP-Termin warten – zumindest, wenn sie „normal“ versichert waren. Patientinnen und Patienten mit einer privaten Kranken-Zusatzversicherung konnten dagegen mit einem um bis zu vier Mal schnelleren Termin rechnen. Manche Versicherungen warben illegaler Weise sogar mit früheren OP-Terminen für privat versicherte Patientinnen und Patienten.

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