
Betriebsrat MedUni Wien
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wie bereits durch das Rektorat und uns mehrfach berichtet, wird das von der Bundesregierung beschlossene Budget für Wissenschaft ab 2013 nicht ausreichen, um den Betrieb unserer Universität in derzeitigem Umfang weiter zu finanzieren. Die Aussagen von Wissenschaftsminister Töchterle lassen allerdings kaum Hoffnung, dass die Budgetmittel aufgestockt werden, er bezweifelt ja zunächst sogar einmal vorsichtshalber die von ihm selbst noch in seiner Funktion als Rektor mitgetragenen Forderungen der Rektoren.
Rektor Schütz sieht als wirksame Möglichkeit, um ein ausgeglichenes Budget 2013 zu erreichen, die Personalkosten zu senken und geht von einem Äquivalent von 180 Dienstposten aus, die eingespart werden müssen.
An der MedUniWien wurde bereits Anfang 2011 begonnen, Personal einzusparen. Freiwerdende sowie vereinbarte zusätzliche Dienstposten werden nicht besetzt, diese Maßnahmen werden fortgesetzt.
Nunmehr hat das Rektorat mit Schreiben vom 2.5.2011 bekannt gegeben, dass es eine Einsparungsvariante erwägt Journaldiensträder einzusparen, um dadurch die Zahl der Stellen, die gestrichen werden sollen, zu senken
Die VAMED hat bei Besiedelung des AKHs einen Bedarf von 230 Journaldiensträdern berechnet. Diese Diensträder wurden ursprünglich auch eingeführt. Während der vergangenen Jahre ist es stufenweise zu einem Abbau dieser 230 Nachtdiensträder gekommen, so dass wir im AKH heute nur mehr 172 Journaldiensträder bespielen. Eine weitere, wie angekündigt, deutliche Reduktion dieser 172 Diensträder ist nach Überzeugung des Betriebsrates nur bei signifikanter Reduktion der Leistungsfähigkeit des AKHs möglich (Stichwort: Diskussion um den Versorgungsauftrag des AKH).
Auch wenn diese Dienste auf allen Kliniken gleichermaßen, wie angekündigt, eingespart werden, so wird es insbesondere in Bereichen, die während der Nachtstunden besonders gefordert sind, zu Einschränkung der erbrachten Leistungen kommen müssen. Nachteilige Auswirkungen sind vor allem bei den Notfalleinrichtungen vorprogrammiert, weil vom Rektorat und einigen Abteilungsleitern erwogen wird, die entsprechenden, dafür notwendigen Facharztdienste streichen zu wollen.
Für die Patienten bedeutet dies, dass das AKH nicht mehr wie bisher, Hauptanlaufstelle für Notfallpatienten während der Nachmittags und Nachtstunden sein kann.
Welche Folgen diese Maßnahmen in der Öffentlichkeit und innerbetrieblich nach sich ziehen werden, kann erst bei Vorliegen der konkreten Maßnahmen abgeschätzt werde, wir werden Sie aber auf dem Laufenden halten und zum gegebenen Zeitpunkt zu einer Betriebsversammlung einladen.
Wir werden aber in jedem Fall weiterhin dafür eintreten, dass die MedUniWien ein ausreichendes Budget erhält, um ihren Aufgaben auf vernünftige Art und Weise nachkommen zu können.
Mit kollegialen Grüßen
Für den Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal
Thomas Szekeres, Ingwald Strasser, Wolfgang Baumgartner, Anita Holzinger