
Betriebsräte der MedUnis Graz, Wien und Innsbruck
Betriebsräte fordern Initiative für Uni-ÄrztInnen (OTS)
Die Betriebsräte der drei österreichischen Medizinischen Universitäten warnen vor einem drohenden Mangel an Fachärztinnen und Fachärzten. Gut ausgebildete ExpertInnenen sind bereits heute in Fächern wie Anästhesie, Radiologie, Strahlentherapie, Kinderpsychiatrie, Neonatologie oder Kinderchirurgie Mangelware. Wenn nicht gegengesteuert wird, wird in wenigen Jahren durch die bevorstehende Pensionierungswelle und befristete Ausbildungsverträge dieser Zustand wesentlich verschärft. Eine spürbare Leistungseinschränkung in der Patientenversorgung wie derzeit in Deutschland, wo bundesweit 5000 Ärztestellen nicht besetzt werden können, wird die Folge sein.
Anlässlich ihrer Jahrestagung fordern die Vertreter der drei Medizinischen Universitäten deshalb weitsichtige Personalplanungen statt restriktiver Vorgaben von maximal einem Drittel Dauerstellen wie sie vom früheren Bundesminister Hahn im Zuge der Leistungsvereinbarungen festgelegt wurden. Wer glaubt, dass die Medizinischen Universitäten nie in einen Personalmangel geraten können irrt. Es ist nicht attraktiv für junge Mediziner, sich für die fordernde Tätigkeit an einer Uniklinik zu entscheiden, wenn keine Karriereperspektiven, nicht einmal die Fortsetzung der Laufbahn mit Erreichen des Facharztdiploms, angeboten werden.
Mittlerweile werben zwei Drittel der Stelleninserate in der Österreichischen Ärztezeitung für Facharztstellen in deutschen Spitälern. Eine viel zu geringe Anzahl von unbefristeten Facharztstellen mit Karriereperspektiven wird unweigerlich die Ausbildungsqualität an Medizinischen Universitäten und damit auch die Versorgungsqualität der Patienten massiv beeinträchtigen. Selbst ausländische Experten bewerben sich nur vereinzelt, weshalb Fachärzte in entsprechender Zahl an unseren eigenen Spitälern ausgebildet werden müssen. Deren Verträge müssen attraktiv gestaltet werden, sonst wandern unsere Bestausgebildeten ins Ausland ab. Nur mit einer weitsichtigen Personalentwicklung können wir die spitzenmedizinische Versorgung für die Österrreicherinnen und Österreicher auch weiterhin sichern.
Ass.Prof. Dr. Regina Gatternig, A. Univ.Prof. Dr. Thomas Szekeres, A. Univ.Prof. Dr. Martin Tiefenthaler für die Betriebsräte des wissenschaftlichen Personals der Medizinischen Universitäten Graz, Wien und Innsbruck