Uni-Rat Erhard Busek über die Med-Uni Wien

Wenn Sie die aktuelle Ausgabe des  ”profil” vom 22.6.09, Nr.26, 40.Jg., auf Seite 30 u. 31 aufschlagen, lesen Sie was Erhard Busek zur MUW zu sagen hat. Im OTS-AVISO von “profil”  lautete das so:

Busek Erhard

Wien (OTS) – [...] In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins “profil” übt der frühere Vizekanzler und Wissenschaftsminister Erhard Busek in seiner Funktion als Vorsitzender des Universitätsrates der im AKH angesiedelten Medizinischen Universität Wien massive Kritik an Zuständen der Fakultät. Im Haus gebe es Kliniken, die seit Jahren keine Forschung mehr betrieben, weil das Personal mit der Versorgung zu vieler Patienten beschäftigt und teils überfordert sei.[...]

Im Originaltext, Busek:

Eine Dauerproblematik ist die Grundstruktur des Hauses, nämlich Lehre und Forschung einerseits und der Versorgungsauftrag andererseits, was schwer ist, weil der Versorgungsauftrag auf Kosten der Lehre und Forschung geht. Da ist der Partner, der Krankenanstaltenerhalter Gemeinde Wien nicht sehr hilfreich [...] Die MUW braucht genau so viel Betten wie  für Forschung und Lehre nötig. Das sind nach internationalen Vergleichen 600 bis 700. Wir haben beinahe 200 Anästhesisten. Die brauchen wir für Lehre und Forschung nicht. Man kann nicht zwei Herren dienen. Das hat der Gesetzgeber bisher nicht begriffen. Wenn er die Zahl der Studienplätze an den Medizin-Unis erhöht, dann muss er auch die Voraussetzungen schaffen. Wir bräuchten hier mindestens 150 Ärzte mehr. Denn problematisch ist, dass Unmengen Überstunden gemacht werden. [...] Die Bestrafung (der Arbeitszeitgesetz-Überschreitungen, A.d.R.) hat noch nicht zugeschlagen [...] Da haben Sie also die wunderschöne Situation, dass die Gemeinde Wien sich damit selber bestraft. Ob ihr das völlig klar ist, weiß ich nicht…

Stellungnahme Sigrid Pilz (Grüne):
Stadt Wien verschärft durch Untätigkeit die Zustände an der Med-Uni Wien 
 Link zur OTS-Meldung.

“Seit vielen Jahren ist unstrittig, dass nur eine gemeinsame Betriebsführung von AKH und Med-Uni Wien die unhaltbaren Zustände im größten Krankenhaus Österreichs bereinigen kann”, so die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz anlässlich der im profil veröffentlichten Kritik an der Med-Uni Wien. “Die zuständige Gesundheitsstadträtin Wehsely ist aber offenkundig nicht interessiert, effiziente Strukturen herbeizuführen, weil der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) in diesem Fall die eigenen Hausaufgaben machen müsste”, so Pilz. 
Für die Bedürfnisse moderner universitärer Forschung braucht es kein riesiges Zentralkrankenhaus. Im Gegenteil, die routinemäßige Patientenbetreuung hindert das medizinische Personal, sich ausreichend den Forschungsaufgaben zu widmen. Der KAV wiederum hat dienstrechtlich keinen Zugriff auf die ÄrztInnen im AKH, die aber in der Versorgung der Wiener Bevölkerung eine zentrale Rolle spielen.

Stellungnahme des AKH (Presse- u. Informationsdienst):
AKH-Personal wurde ausgebaut
Link zur OTS-Meldung.

…Es wird jedoch bedauert, dass der MUW von Seiten des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
offensichtlich nicht die notwendigen Personalressourcen für ihre  hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre zur Verfügung gestellt werden.

 

 

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