Antwort des MUW-Rektors auf Erklärungen von Prof. Horst Kern, Mitglied des Wissenschaftsrats

Auf der Homepage des Österreichischen Wissenschaftsrats (der ÖWR ist eine Bundeseinrichtung gemäß §119 Universitätsgesetz mit Beratungsfunktion des Ministeriums, des Parlaments und der Universitäten) findet sich der „Onkologiebericht des Österreichischen Wissenschaftsrats“.

Dieser hat mannigfaltige Reaktionen von MUW-Wissenschaftern hervorgerufen. Wir bringen hier die Antwort des MUW-Rektors, Prof. Schütz (laut OTS-Pressemeldung) auf die Aussage eines Mitglieds des ÖWR im Standard.

MUW

    Es ist zu bedauern, dass Herr Kern, den ich persönlich sehr schätze, sich für derartige Halbwahrheiten hergibt. So habe er noch nie erlebt, „dass man die Gutachter menschlich und wissenschaftlich diskreditiert“. Herr Professor Kern, die MUW hat damit nicht begonnen! Denn auch mir ist es in meiner fast dreißigjährigen wissenschaftlichen Tätigkeit (wo ich daran gewohnt und geschult wurde, begutachtet zu werden) noch nie passiert, dass

(i) Gutachter Begutachtete dermaßen diskreditieren und falsche Behauptungen en masse aufstellen, wie es im Bericht (ganz zu schweigen im Erstbericht) des Wissenschaftsrats der Fall ist,
(ii) dass man den Begutachteten dann keine rechtzeitige Möglichkeit einer Stellungnahme einräumt, und
(iii) wenn es die Stellungnahme schließlich gibt, man glaubt, sie unter Verschluss halten zu müssen.

Zur Aussage Herr Kerns, die Med-Uni habe selbst Mängel zugegeben:

(i) er wird uns doch nicht die Vermessenheit zutrauen, wir schätzten uns als fehlerlos ein, und
(ii) es ist höchst untergriffig, aus einer dem Wissenschaftsrat übergebenen Selbstanalyse zu unseren Stärken und
Schwächen (wie sie alle Unternehmen zur eigenen Standortbestimmung laufend vornehmen und die sie in der Regel gar nicht aus der Hand geben!), uns dort angegebene Schwächen als Mangelzustand vorzuwerfen.

Schließlich tätigte Herr Kern den Vorwurf, wir hätten eine Stellungnahme erst Anfang Mai eingesandt. Richtig ist, dass wir die Stellungnahme zum Bericht am 29. Jänner d.J.(!) eingesandt haben. Im Gegensatz zu den beiden anderen Medizinischen Universitäten wurde diese Stellungnahme allerdings nicht abgedruckt. Auf der Homepage des Wissenschaftsrats scheint vielmehr eine Selbstdarstellung der Medizinischen Universität Wien auf, die dort völlig irreführend als Stellungnahme bezeichnet wird und die der Wissenschaftsrat aus Gründen, die uns erst seit Veröffentlichung dieses Berichts klar
sind, im April d.J. von uns verlangt hat – nämlich zu glauben, unsere eigentliche Stellungnahme dann nicht mit veröffentlichen zu müssen.
 
Emotionalen Reaktionen der MedUniWien hätte der Wissenschaftsrat“ sofort ad acta gelegt“: Emotionen sind ein Bestandteil des menschlichen Zusammenlebens, und wie soll sich die Medizinische Universität Wien anders wehren, wenn der Wissenschaftsrat ohne Rücksprache falsche Behauptungen aufstellt und auf diesen beharrt?
 
Wolfgang Schütz
Rektor der Medizinischen Universität Wien

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