Archiv für Februar 2009

MUW querfinanziert das AKH auch beim Qualitätsmanagement

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Die ISO-Zertifizierung des gesamten AKH steht an. Die  ÄrztInnen der MUW werden auch dafür herangezogen. Obwohl die Querfinanzierung wieder auf Kosten der Zeitressourcen für Forschung und Lehre geht.
Thomas Szekeres, der Betriebsrats-vorsitzende, informiert den Rektor.

  Sehr geehrter Herr Professor Schütz,

es läuft derzeit die Vorbereitung für die Gesamtzertifizierung  des AKH nach ISO. In diesem  Zusammenhang gibt es eine Reihe von Ärztinnen und Ärzten die sehr umfangreiche Vorbereitungen durchführen müssen.
Teilweise handelt es sich hierbei um ÄrztInnen in Ausbildung die weder über die erforderlichen Kurse verfügen, noch neben der Ausbildung entsprechende zeitliche Ressourcen haben, um diese sehr umfangreichen Vorbereitungen durchführen zu können.
Es haben sich auch einige KollegInnen beschwert, dass durch diese Mehrbelastung ihre wissenschaftlichen Tätigkeiten leiden. Wir sind in Sorge, dass der Einsatz dieser KollegInnen, der laufend erfolgen muss, nicht unwesentlich auf Kosten der Zeitressourcen für Lehre und Forschung erfolgt.
In Anbetracht der Tatsache, dass es an einigen Kliniken bereits jetzt Personalengpässe im Bereich des ärztlichen Personals gibt, ersuchen wir Sie höflich, mit dem AKH eine Möglichkeit zu akkordieren, dass der Aufwand des ärztlichen Personals für die Zertifizierung so gering wie möglich gehalten wird. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass eine entsprechende Unterstützung durch professionelle Beratungsfirmen bzw. eine entsprechende administrative Unterstützung erfolgt.
Auch ist es unabdingbar, dass die MitarbeiterInnen für Ihre Tätigkeit adäquat ausgebildet werden (Qualitätsmanagementausbildung). Um Missverständnisse zu vermeiden, erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass wir eine Zertifizierung prinzipiell für sinnvoll und wichtig erachten, allerdings sollte im Interesse der dafür eingesetzten MitarbeiterInnen dafür gesorgt werden, dass die notwendigen Ressourcen vorhanden sind. Dies scheint derzeit leider nicht an allen Kliniken der Fall zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Szekeres

Tatsächliche Arbeitszeit der MUW-ÄrztInnen (Umfrageergebnisse)

Apropos ärztliche Arbeitsbelastung:

Der Betriebsrat hat im Sommer 08 eine Umfrage zur tatsächlichen Arbeitszeit der Ärztinnen und Ärzte an der MUW durchgeführt. Außerdem wurde nach der Verteilung dieser Arbeitszeit auf die Aufgabenfelder Forschung/Lehre bzw. Patientenversorgung gefragt. 244 Personen haben geantwortet, das entspricht 13,5 % aller MUW-Ärztinnen und -Ärzte.
Die Frage “Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie insgesamt (inkl. Journaldienste)?” ergab eine durchschnittliche Arbeitszeit von 69,7 Stunden. Dabei gaben 40% der Befragten an, mehr als die erlaubte Höchstarbeitszeit von 72 Stunden pro Woche beschäftigt zu sein.

Folgende weitere Fragen waren gestellt  worden:
1. Welchen Anteil an Ihrer Arbeitszeit macht der klinisch/medizinische Part aus?
2. Wie hoch ist der Anteil für Lehre?
3. Wie hoch ist der Anteil für Forschung?

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Im Durchschnitt
eine 70-Stunden-Woche

Die Resultate untermauern unsere Forderung nach mehr Personal im ärztlichen Bereich. So soll die Routinebelastung für die/den Einzelne(n) reduziert werden, damit
1. die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen eingehalten werden können und
2. Zeit zur Verfügung steht, um innerhalb der Dienstzeit wenigstens teilweise unseren Dienstpflichten „Forschung und Lehre“ nachkommen zu können.

Wir werden diese Forderungen gemeinsam mit dem Universitätsrat und dem Rektorat an die verantwortlichen Politiker weiterleiten und versuchen, sie durchzusetzen.
Und noch einmal herzlichen Dank für die rege Teilnahme an unserer Umfrage.
R. Öhler,
Th. Szekeres
Alle Artikel zum Thema: “Arbeitszeit”

Gesundheitsminister Stöger über ärztliche Arbeit auf Stationen und in Spitalsambulanzen

Im Interview mit der Österr. Ärztezeitung nimmt der Gesunheitsminister Stellung u.a. zu Fragen der Arbeitsüberlastung in Spitälern und Spitalsambulanzen, zur  Gesundheitsreform und elektronischen Gesundheitsakte (ELGA):
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Spitalsärztinnen und -ärzte sind nach wie vor überlastet. Obwohl es nun Sanktionsmaßnahmen gibt, klagen Spitalsärzte nach wie vor über überlange Arbeitszeiten.
Was das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz anlangt, muss ich sagen, dass die Zuständigkeit beim Sozialministerium liegt. Die Menschen im Gesundheitswesen haben aber ein Recht darauf,  gesund bleiben zu können. Denn nur gesunde Menschen können auch andere gesund machen. Ausgebrannte Spitalsärzte wollen wir nicht haben. Umgekehrt: die Organisation zu gestalten, ist halt auch eine Aufgabe, die man nicht nur beklagen darf, sondern das muss man auch tun. Und da sind wieder die Verantwortlichen vor Ort gefordert.

Weiterlesen ‘Gesundheitsminister Stöger über ärztliche Arbeit auf Stationen und in Spitalsambulanzen’

Bericht von der MUW-Veranstaltung: Österreichs Universitäten

Österreichs Universitäten –  Gegenwart und Zukunft
Veranstaltung an der MUW  (13.2.2009).
Impulsreferate und Podiumsdiskussion, Moderation: Sigismund Huck

Erhard Busek | Die Universität – eine Vision
Wolfgang Schütz | Zur Sonderstellung der Medizinischen Universitäten
Christoph Kratky | Gegenwart und Zukunft der kompetitiven Forschungsförderung
Wolfgang Meixner | Akademische Karrieren an Österreichs Universitäten

Die vorab gelieferten Abstracts. Bitte hier klicken: Abstracts

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Im Bild von rechts: E. Busek, W. Schütz, Ch. Kratky, W. Meixner

Der Unirat-Vorsitzende E. Busek vertrat  u.a. die Ansicht, dass die Patientenbetreuungskosten durch MUW-ÄrztInnen nicht aus dem Wissenschaftsbudget, sondern aus zusätzlichen Quellen erfolgen sollte.
MUW-Rektor W. Schütz berichtete u.a. von der Höhe der geplanten Budgetmittel für die Universitäten.
Im Verlauf der Veranstaltung gab es auch einen Bericht vom FWF-Chef, Ch. Kratky, über die Finanzsorgen der Wissenschaftsförderung.
Auch von W. Meixner, Uni Innsbruck, lagen Bedenken vor, was die Finanzierung der Drittmittel-Stellen betrifft. 

Der gesamte Bericht ist hier verlinkt .

Über 100 000 stationäre PatientInnen pro Jahr und noch immer keine MUW-Personalaufstockung

Auch die MUW-Leitung schließt sich öffentlich den Forderungen der Betriebsräte an: 

  • Unterbezahlung der ÄrztInnen solle durch Umsetzung des Uni-Kollektivvertrags ausgeglichen werden.
  • Minister Hahn und Pröll sollen die Finanzmittel dafür bereitstellen.
  • Der AKH-Spitalsbetrieb werde dzt. forschungskontraproduktiv mit MUW-Forschungs- und Drittmitteln quersubventioniert. Das ist Geld, das der Forschung fehlt –  und dem AKH willkommen ist.

Dass die Leistungen der ÄrztInnen aber auch während inoffizieller Arbeitszeit oder auch teilweise mittels Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz-Überschreitungen erbracht wurden, wird nicht berichtet. Wäre aber ein gewichtiger weiterer Grund für die Personalaufstockung.
Aktueller Artikel auf der MUW-Homepage 
Alle Artikel zum Thema: “Arbeitszeiten”

MIT-BESTIMMUNG. Betriebsratszeitung Ausgabe 1/2009, Februar

mitbestimmung-2009-1_21-01-09-klein-s-11Die neueste Ausgabe der Betriebsratszeitung “MIT-BESTIMMUNG” ist im  Netz verfügbar. Die Printausgabe finden Sie ab nächster Woche in Ihrem Klinikbriefkasten.
Themen, u.a.:
Forschungsleistungs-Prämien,
Routinebelastung der MUW-ÄrztInnen,
Soziale Verantwortung des Betriebs,
Offener Brief an den Uni-Rat,…

Klinik-Arzt kämpfte Jahre um Abgeltung von 695 Überstunden

Innsbrucker Arzt musste mehr als drei Jahre auf die Auszahlung von Hunderten Überstunden warten. Bis heute wurden noch nicht alle Forderungen beglichen. Berichtet die Tiroler Tageszeitung  Nr. 33-IA vom 03.02.2009:

Die Geschichte wirft ein bezeichnendes Licht auf die Medizinische Universität Innsbruck, die in den vergangenen Monaten ohnehin für Schlagzeilen gesorgt hatte. Mit zwei Anträgen ersuchte der Mediziner am 23. September 2004 bzw. am 2. November 2004 um die besoldungsrechtliche Abgeltung der von ihm 2003 und 2004 geleisteten Überstunden.

Damit begann ein langer bürokratischer Behördenweg, der letztlich vor dem Verwaltungsgerichtshof landete.
Im November 2004 wurde dem Mediziner mitgeteilt, dass nur Mehrdienstleistungen an Sonn- und Feiertagen ausgezahlt würden. Dass ihm Freizeitausgleich nicht möglich sei, darauf wurde gar nicht eingegangen. Außerdem wurden nicht einmal die Sonn- und Feiertagsdienste abgegolten.

Akten gingen verloren.
Daraufhin stellte der Betroffene am 4. September 2005 einen Säumnisantrag an das Wissenschaftsministerium. Und es dauerte wieder ein Jahr. Schließlich erfolgte am 11. Dezember 2006 eine Säumnisbeschwerde beim Verwaltungsgerichtshof. Darin bezifferte er die Zahl der Überstunden mit 695,5 Stunden. Was dann geschah, ist kaum zu glauben. So heißt es in einem jetzt vorliegenden Verwaltungsgerichtshoferkenntnis: “In der Folge bemühte sich die belangte Behörde, von der erstinstanzlichen Dienstbehörde die relevanten Verfahrensakten zu erhalten, was jedoch offenbar nur teilweise gelang. Nach der Aktenlage sind die Schreiben des Beschwerdeführers vom 23. September und vom 2. November 2004 in Verstoß geraten.”

 Drei Jahre später am 29. Oktober 2007 plagte die Uni wohl das schlechte Gewissen: Dem Arzt wurden 9831,6 Euro brutto für die Jahre 2003, 2004 und 2005 überwiesen. Doch für ihn war der Betrag nicht nachvollziehbar. Außerdem seien nicht alle angeführten Mehrleistungen dadurch “liquidiert worden”. Und letztlich sei er im Verfahren nicht gehört worden.

Der Verwaltungsgerichtshof gab ihm jetzt Recht und machte in einem Erkenntnis eine Verletzung der Verfahrensvorschriften geltend.

Siehe dazu auch den Bericht über den Ministeriumsbescheid zum Antrag auf Freizeitausgleichs-Auszahlung vom MUW-Betriebsratsmitglied Harald Gabriel.


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