Archiv für Oktober 2008

Uni-Rat Busek geht allen Dingen nach

Die Wiener Zeitung berichtet:

…An der Medizinischen Universität Wien (MUW) beginnen sich langsam die Verhältnisse zu lichten. So wurde unlängst eine wiederholt öffentlich kritisierte Geschäftsbeziehung zwischen mehreren hochrangigen Professoren und einem Mitglied des Universitätsrats beendet. Der neue Vorsitzende dieses obersten universitären Aufsichtsgremiums, der ehemalige ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek, begrüßt im Gespräch mit der „Wiener Zeitung“ diesen Schritt.

Seit seinem Amtsantritt im Mai sei an der MUW alles korrekt abgelaufen, so Busek. Falls nötig, gehe er aber „natürlich allen Dingen“ nach. Von Vorfällen vor seinem Amtsantritt habe er keine Kenntnis.

In den vergangenen Jahren sind wiederholt heftige Vorwürfe gegen Führungspersonen der Universität laut geworden. Mehrfach ist von „Seilschaften“ die Rede gewesen, die sich wichtige Positionen ohne Ansehen der Qualifikation untereinander aufteilen würden (die „Wiener Zeitung“ berichtete).

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Aufstockung der Studienplätze nur mit Finanzierung der Infrastruktur sinnvoll

„Österreich braucht in Zukunft sicher nicht weniger aktive ÄrztInnen als heute“, meint Thomas Szekeres, Betriebsratsvorsitzender der Medizin-Uni Wien. Die Ausbildung in den Lehrkrankenhäusern sei nicht nur eine „Frage der Architektur, es gibt im Moment auch viel zu wenig Personal, um die Ausbildung zu leisten“. Wer A wie Aufstockung der Studienplätze sage, müsse auch F wie Finanzierung des Personals und der Infrastruktur sagen, fordert Szekeres.

Betriebsräte zur Position der drei Med-Unis Wien, Innsbruck und Graz im STANDARD: Hier klicken.

Wien ohne Gerichtsmedizin!

MUW-Unirat-Vorsitzender Erhard Busek:
Das ersattzlose Streichen der Gerichtsmedizin hat u.a. gesundheits- und gesellschaftspolitische Bedeutung. Das gehört aber in die Zuständigkeit des Landes, der Justiz und des Innenressorts. Das Wissenschaftsministerium ist eher am Rande betroffen. Daher sind auch alle aufgefordert, ihren finanziellen Beitrag zu liefern. Und es gibt auch Bemühungen einzelner Mitarbeiter, aufzuzeigen, dass man dort positiv bilanzieren kann.

MUW-Betriebsratsvorsitzender Thomas Szekeres:
Am Institut für Gerichtliche Medizin fanden ab 1.1.2008 keine Obduktionen mehr statt. Grund war die finanzielle Situation, da die Gemeinde Wien, ein Hauptauftragsgeber des Institutes, die sanitätspolizeilichen Obduktionen abgezogen hat. Die Konsequenz war die Auflösung einer unter Maria Theresia gegründeten und notwendigen Institution. Wir haben bisher vergeblich immer wieder an Rektorat, Wissenschaftsministerium, Innenministerium, Justizministerium, Stadt Wien und Gesundheitsministerium appelliert, diese gesundheitspolitisch wichtige Institution gemeinsam zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Zu den Gefahren einer fehlenden forensischen Medizin siehe auch Die Zeit Online: „Wien, ein Paradies für Giftmörder?“:
Wien ist ein Paradies für Giftmörder. Das sagen Gerichtsmediziner, die ihr Metier in der Metropole nicht mehr ausüben können.

weiterlesen ‘Wien ohne Gerichtsmedizin!’

Dachverband der Universitäten zum Kollektivvertrag:

… Die Universitäten werden bereits jetzt mit den technischen und organisatorischen Vorbereitungen zur Umsetzung des Kollektivvertrags beginnen. Es besteht von unserer Seite die Bereitschaft, diesen unter den genannten Voraussetzungen stufenweise ab 1. April 2009 in Kraft zu setzen, wobei die gehaltswirksamen Teile mit 1. Oktober 2009 in Geltung treten würden …

Downloads
Hier ist die gesamte Stellungnahme des Dachverbands und der UNIKO (ehem. Rektorenkonferenz) im pdf-Format herunterladbar.

Die diesbezüglich relevante Aufforderung der GÖD (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst) an die Koalitionsverhandlungs-Partner Ministerin Schmied und Minister Hahn ist hier nachzulesen.

Stand Oktober 2008

Und lesen Sie hier die Stellungnahme von Stefan Schön, Betriebsratsvorsitzender der UMDK Wien, zur oben angekündigten stufenweisen Realisierung des KV

Burnout-Information mit Vortragsfolien vom 18.10.2008

„Bournout und Prävention“

Veranstalter:
Betriebsrat f.d. Wiss. MUW-Personal und Wr. Ärztekammer (Angestellten-Kurie u. Universitätsreferat) Henriette Walter, K. Heimberger, Th. Szekeres, W. Lalouschek 

Vorträge:

  1. Henriette  Walter: Vom Abbau des Engagements bis zum Burnout
    (PPT-File, 180KB)
  2. Gabriele Kypta: Entwicklung der Burnout-Krise 
    (PDF-File, 580KB)
  3. Lukas Stärker: Arbeitszeit, Arbeitszufriedenheit und
    Arbeitsbelastung bei SpitalsärztInnen 2003 u. 2006
     
    (PDF-File, 63KB)
  4. Renate Czeskleba: ÖGB-Burnout-Umfrage 2008
    (PPT-File, 950KB)
  5. Wolfgang Lalouschek: Intensivstation und Burnout (ongoing project) 
  6. Wolfgang Lalouschek: Burnout-Prävention / Ins Burnout und zurück 
    (PPT-File, 540KB)

Alle Artikel zum Thema: „Arbeitszeiten“

————————————
Die Österr. Vereinigung für Supervision hat eine „Burnout-Uhr“ mit Warnhinweisen auf Burnout entwickelt. Dort helfen sechs Fragen, erste Anzeichen an sich selbst und anderen zu erkennen. Auch gibt es Lösungsansätze dafür, wie sich stressgeplagte Menschen vor dem „Ausbrennen“ schützen können. Zu bestellen ist die Uhr bei office@oevs.or.at

Ärztekammer: „Schwindende Attraktivität der Stellen an österreichischen Med-Unis“

Es sei erwähnt, dass die Ärztekammer die Finanzierung des bereits vor 2 (!) Jahren ausgehandelten Kollektivvertrags, der höhere Gehälter und eine Karriereoption an den Universitäten vorsehen würde, massiv fordert. Sinkende Gehälter, wie an den Universitäten leider Realität, und unsichere Verträge ohne definierte Leistungsziele können in Zeiten steigender fachlicher Herausforderungen kein Rezept sein.

Ein diesbezüglicher Appell zur Umsetzung des Kollektivvertrages von 400 (!) Ärztinnen und Ärzten des AKH-Wien an den verantwortlichen Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist bislang unbeantwortet geblieben und ignoriert worden!

Thomas Szekeres
Vorsitzender der Kurie angestellte ÄrztInnen
Geschäftsführender Vizepräsident,
Ärztekammer für Wien
1010 Wien, Weihburggasse 10-12
www.aekwien.at
Tel. 01 51501 0

Siehe auch zum Thema  die folgenden drei Einträge dieser Blogseite:

Offener Brief des Betriebsrats an den MUW-Universitätsrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

Während der vergangenen Tage ist ein öffentlicher Diskurs zwischen dem Rektor und dem Betriebsrat unserer Universität entstanden, in dem die Notwendigkeit der Verbesserung von Arbeitsbedingungen, Karrierechancen und Bezahlung diskutiert bzw. hinterfragt wird.
Insbesondere herrscht Uneinigkeit, ob es in den vergangenen Monaten bereits zu einem Rückgang der Bewerberzahlen bzw. der Qualifikation von Bewerber-Innen gekommen ist und ob die Anzahl besonders gut qualifizierter WissenschafterInnen und Fachärzte/innen bereits gesunken ist. Eine Fluktuation ist selbstverständlich wünschenswert, ein Brain Drain allerdings eine Gefahr für die Universität. 

Unseres Wissens gibt es weder aktuelle noch frühere   Untersuchungen, die einen Zusammenhang von Arbeitsplatzsituation und Fluktuation der MitarbeiterInnen belegen. 

Starke Indizien weisen auf eine sinkende Attraktivität unserer Universität hin: sinkende Qualifikation von Berufseinsteigern, fehlende Bewerbungen, die zu Massenausschreibungen führen und teilweise Mangel an ExpertInnen. Ähnliche Probleme scheint es an der Med-Uni Graz und an der Med-Uni Innsbruck zu geben. 

Um diese, wie wir glauben, für unsere Universität zentralen Fragen klären zu helfen, ersuchen wir Sie, eine Untersuchung der Bewerber- und Ausschreibungssituation zu unterstützen bzw. selbst anzuregen. Nur so kann frühzeitig eine negative Entwicklung hinsichtlich Expertise und Qualifikation unserer MitarbeiterInnen erkannt  und diesem Umstand entgegengesteuert werden. 

Wir verbleiben mit bestem Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung,

Thomas Szekeres            Ingwald Strasser
 Vorsitzender                     Stv. Vorsitzender
  des Betriebsrates des wiss. Personals der MUW

Kommentar von Rektor Schütz zu den Bedenken des Betriebsrats

In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung „Der Standard“ wird die Meinung von Be­triebs­räten unreflektiert wiedergegeben,  dass den Medizinischen Universitäten der Nach­wuchs verloren ginge (s.a. Artikel in diesem Blog; Anm.d.Red.). Tatsache ist vielmehr, dass das Bewerbungsfeld – zumindest an der Medizinischen Universität Wien – unvermindert hoch ist, wenn Ausbildungsstellen für Ärztinnen und Ärzte ausgeschrieben werden. Es trifft nur für Facharztstellen zu, dass bisweilen ganz wenige geeignete Bewerbungen zur Auswahl stehen.

Gesamten Kommentar von Rektor Schütz lesen (Hier klicken)

Weiter im öffentlichen Diskurs: Offener Brief des Betriebsrats an den Universitätsrat  (Hier klicken)

Den Med-Unis kommt der Nachwuchs abhanden

  • „Dramatische Einbrüche bei Bewerbern für hochqualifizierte Stellen“ ( Th. Szekeres f.d. Betriebsrat MUW)
  • „Schleunigst vernünftige Zahl von FachärztInnen ausbilden, sonst gibt es Lücken in der PatientInnenversorgung“ (M. Tiefenthaler f.d. Betriebsrat MUI)
  • „Wer Gelegenheit hat, geht an eine Landesstelle und nicht unter erschwerenden Bedingungen an die Med-Uni“ (G. Schuhmann f.d. Betriebsrat der MUG)
  • Absenz von Karriereperspektiven, niedrige Einstiegsgehälter…

Herbei mit dem Uni-Kollektivvertrag und den Karrieremodellen mit Zukunftsperspektiven:

Die Gewerkschaft ersuchte gestern die Rektoren, im Vertrauen auf den vom Nationalrat kürzlich beschlossenen Entschließungsantrag zur vollkommenen Finanzierung des Uni-KV, den ausverhandelten KV zu unterzeichnen (mit Opting-Out-Klausel).

Die Rektoren zieren sich.

In der Presse wird diesen Problemen ein Artikel gewidmet:
hier klicken

BURNOUT. – Artikel in der Betriebsratszeitung 2/07

Betriebsratszeitung MIT-BESTIMMUNG Ausgabe Oktober/08

Die Ausgabe 3/2008 der Betriebsratszeitung „MIT-BESTIMMUNG“ ist im Netz verfügbar. Die Printausgabe finden Sie ab nächster Woche in Ihrem Klinikbriefkasten.

Themen:
-Editorial mit Leistungsbericht und Agenda
-MUW-Drittmitelbeschäftigte
-MUW/AKH, Partnerschaft?
-Neue Uni-Rätin Frau Doktorin Elisabeth Hagen im Gespräch
-Info zu Betriebsratswahlen
-Programm der Tagung: „Burnout und Prävention“ 18. Okt. 08

….diese Ausgabe 3/2008 hier als PDF herunterladbar (1,2MB)


….alle inkl. 2009 erschienenen Ausgaben mit Themenexcerpt hier im Überblick


Das MUWeblog

wird als Info-Blog vom Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien für alle MitarbeiterInnen des wissenschaftlichen Personals betrieben.

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