Archiv für Juli 2008

Kommunikationsdefizit in der Gesundheitspolitik

Im Juli 2008 sind 1311 Menschen in Österreich zur  Gesundheitsversorgung befragt worden. 89,2 % der Befragten glauben, dass es die Zweiklassenmedizin in Österreich bereits gibt.

Offenbar ist der Film Sicco“ von Michael Moore hierzulande zu wenig bekannt.
Offenbar ist nicht klar, dass auch Arbeitslose in Österreich die beste medizinische Versorgung bekommen.
Offenbar ist hierzulande nicht klar, dass Zweiklassen Medizin heißt, dass  nach  notwendigen Operationen eines einzelnen Familienmitglieds  eine gesamte Familie in den USA finanziell ruiniert sein kann (Haus verkauft, Erspartes weg, von anderen Verwandten untergebracht und erhalten).
Offenbar ist nicht klar, dass die Lebenserwartung der Österreicher länger ist als die der privat versicherten US-Amerikaner mit ihrer tatsächlichen Zweiklassen Medizin.
Offenbar ist nicht klar, dass das Abgehen von der Solidaritätsbasis und die neue Gesundheitspolitik, wie sie die Wirtschaftskammer und Freunde in der Regierung und anderswo verlangten, zum Verlust des leistbaren Einsatzes der  besten  medizinischen Behandlungsmethoden (für alle Behandlungsbedürftigen) führen würde. (KH)

Die folgende Grafik zeigt unter anderem die Inkompetenz in der Kommunikation der Gesundheitspolitik.  (Zum Vergrößern der Grafik im eigenen Fenster hier klicken)

Konzeptlose Wissenschaftspolitik

Mehr finanzielle Mittel sollen den bereits bestehenden Wiener Forschungseinrichtungen zugeschossen werden, anstatt in neue, bereits vor ihrem Entstehen zum Scheitern verurteilte Projekte zu investieren…,

meint der MUW-Betriebsratsvorsitzende f. d. wissenschaftl. Personal, Thomas Szekeres, mit Bezug auf die geplante Elite-Universität in Gugging.

weiterlesen ‘Konzeptlose Wissenschaftspolitik’

Umfrage-Ergebnisse: Arbeitszeit und Routinebelastung der MUW-ÄrztInnen

Es haben 244 Personen geantwortet, das sind 13,5 % aller Ärztinnen und Ärzte.

Folgende Fragen wurden beantwortet
1.) Welchen Anteil an Ihrer Arbeitszeit macht der klinisch/medizinische Part aus?
2.) Wie hoch ist der Anteil für Lehre?
3.) Wie hoch ist der Anteil für Forschung?
4.) Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie insgesamt (inkl. Journaldienste)?

Ergebnisse
Die Routinetätigkeit  beansprucht über 81 % unserer Arbeitszeit. Das gibt nur 19 % für Forschung und Lehre.
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 71 Stunden, wobei 40 % der Befragten angeben, mehr als die erlaubte Höchstarbeitszeit von 72 Stunden pro Woche beschäftigt zu sein.

Folgerungen
Diese Resultate untermauern unsere Forderung nach mehr Personal im ärztlichen Bereich. So soll die Routinebelastung für die/den Einzelne(n) reduziert werden, damit
1. die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen eingehalten werden und
2. Zeit zur Verfügung steht, um innerhalb der Dienstzeit wenigstens zu einem Teil unseren Dienstpflichten „Forschung und Lehre“ nachkommen zu können.

Wir werden versuchen, diese Forderungen gemeinsam mit dem Universitätsrat und dem Rektorat an die verantwortlichen Politiker weiterzuleiten und durchzusetzen.

Noch einmal herzlichen Dank für die rege Teilnahme an unserer Umfrage.
Thomas Szekeres und Ingwald Strasser, für den Betriebsrat

Betriebsrätekonferenz zum Ministerentwurf (Uni-Gesetz-Novelle)

Die Betriebsrätekonferenz aller Österreichischen Universitäten hat am 30. Juni 2008 in den folgenden Bereichen umfassende Forderungen an die aktuelle und künftige Regierungsarbeit gestellt:

1. Kollektivvertrag für Universitätsbedienstete
2. Ministeriale Universitätsgesetznovelle

Hier lesen Sie den Originalbrief an den Bundeskanzler vom 14. Juli 2008:
(Sehr-geehrter-Herr-Bundeskanzler)

Bei Nichterfüllung wichtiger Forderungen wird über die Notwendigkeit gewerkschaftlicher Maßnahmen beraten.

Brinek (VP) deutet an. Kontraproduktive Querfinanzierung des AKH durch MUW

Im Rahmen der heutigen Ablehnung der Abschaffung der Studiengebühren im Nationalrat durch SPÖ, ÖVP und BZÖ fällt folgendes Zitat der VP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek aus der „Parlamentarischen Korrespondenz“ auf (Hintergrund: Studenten müssten unverschuldet auf Fortsetzung des Studiums warten, aber Gebühren weiterbezahlen):

…dass es an den Medizinuniversitäten Schwierigkeiten gibt, da die Ärzte zu sehr mit der Krankenversorgung beschäftigt seien…

Zuallermindest wird das Wissen um das Problem hier nicht abgestritten: – aufgerieben zu werden  zwischen Überschreiten von Arbeitszeithöchstgrenzen in PatientInnenbetreuung,  Forschung in der „Freizeit“ und Lehre (Studenten, Facharztaspiranten). 

Es erhebt sich die Frage: Wieso sollte ein Lokalpolitiker (Hahn, ÖVP-Wien) dem Wissenschaftsminister (Hahn, ÖVP-Bund) die Querfinanzierung der PatientInnenbetreuung im Wiener AKH durch die MUW ausreden?

Arbeitsbedingungen an MUW-AKH für ÄrztInnen

Pressekonferenz
Der Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal an der MUW bereitet eine Pressekonferenz über schwierige Arbeitsbedingungen für die im AKH tätigen ÄrztInnen vor.

Umfrage per e-mail
Dazu gibt es eine Umfrage mit 4 Fragen, die Ihnen per e-mail in den nächsten Tagen zugesandt wird. Wir bitten um ehestmögliche Antwortmail.

Ziele
Ziel unserer Pressekonferenz ist, darzustellen, dass Forschung und Lehre leiden zu Gunsten von akuten medizinischen Leistungen. Diese gehen über den Leistungsvertrag den man mit der Stadt Wien abgeschlossen hat hinaus.
Weiteres Ziel ist es, da Klagen gegen das Rektorat der Medizinischen Universität wegen der Überschreitung des Arbeitszeitgesetzes existieren, aufzuzeigen, dass wir etwa 150 bis 200 zusätzliche Planposten benötigen. Diese müssen, von wem auch immer (Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Stadt Wien), bezahlt werden.
Bei der Pressekonferenz werden wir gemeinsam mit Rektor Schütz drastisch darauf aufmerksam machen, dass wir wegen der notwendigen Einhaltung der Arbeitszeiten unseren Leistungskatalog reduzieren müssen.

Unterstützung
Wir ersuchen Sie, die Umfrage zu unterstützen.

Th. Szekeres, I. Strasser
für den Betriebsrat

Umfrageergebnisse siehe hier

Burnout-Informations-Tag: 18.Oktober 2008

Bournout und Prävention

Veranstalter:
Betriebsrat f.d. Wiss. MUW-Personal und Wr. Ärztekammer (Angestellten-Kurie u. Universitätsreferat) Henriette Walter, K. Heimberger, Th. Szekeres, W. Lalouschek

Zeit und Ort:
Samstag, 18.10. 2008 von 9.00 Uhr bis 11.15 Uhr 
AKH, Hörsaal 4, Ebene 8
Buffet und Buchausstellung im Foyer

Hier klicken:  zu den Folien der Vorträge!

Programm
09.00  Begrüßung: Vizerektorin Karin Gutierrez-Lobos
09.10  Vom Abbau des Engagements bis zum Burnout: Henriette  Walter
09.20  „Burnout“ – ein wissenschaftlicher Begriff? Brigitte Schmidl-Mohl
09.30  Arbeitszeit, Arbeitszufriedenheit und -belastung bei SpitalsärztInnen 2003 u. 2006: Lukas Stärker
09.45  Entwicklung der Burnout-Krise: Gabriele Kypta
10.10  Intensivstation und Burnout: Wolfgang Lalouschek
10.30  ÖGB-Burnout-Umfrage 2008: Renate Czeskleba
10.40  Burnout-Prävention: Wolfgang Lalouschek
11.15  Buffet und Buchausstellung im Foyer

Spitalsärzte sind Mitbetroffene der „Gesundheits“-Reform

Am Montag, dem 7.7.2008, findet um 16.30 Uhr eine Großdemonstration der Ärzteschaft gegen die sogenannte Gesundheitsreform der Regierung statt.
Die gestrigen mündlichen Zusagen an die ÄrztevertreterInnen sind nicht eingehalten worden.

Es sind durch diese Reform nicht nur niedergelassene, sondern auch angestellte ÄrztInnen betroffen, insbesondere die Möglichkeit der Niederlassung soll beschränkt werden. Darüber hinaus ist in Zukunft mit massivem Ansturm auf die Spitalsambulanzen zu rechnen.

Auch eine potentielle Vergabe von Einzelverträgen an Günstlinge der Kasse, sowie die Gefahr der Vertragskündigung bei Vorgabe von scheinbaren Qualitätsmängeln (z.B.: „zu teure Therapien„) betrifft das Gefüge unseres gesamten Gesundheitssystems.

Rektoren-, Presse- und Ministerstimmen zum UG-Alternativentwurf

Rektoren-Chef sieht in SP-Entwurf „absurden Zynismus

Christoph Badelt könne das „nicht mehr ernst nehmen“ – Das Papier sei eher unter „Wahlkampfaspekten“ verfasst worden.

(DerStandard vom 1. Juli 2008, Link zum Artikel im Online-Standard)

Die Zeitung DiePresse.com … findet sich vom Alternativ-Entwurf der SPÖ überrascht
und beschränkt sich vorläufig auf den Bericht von der Präsentation des Gegenentwurfs, ohne ihn vorerst weiter zu kommentieren. (Das Blatt sucht noch nach der eigenen Meinung.)

Minister Hahn selbst verweist derweilen auf den Dienstweg der Einreichung für Stellungnahmen:
christine.perle@bmwf.gv.at
begutachtungsverfahren@parlament.gv.at

und will vom Broukal-Entwurf nichts wissen.

Der Online-Standard hat im übrigen ein eigenes Dossier „Unireform“ eröffnet und stellt dort die Frage

Forum: Was halten Sie von der UG-Reform?
Wie stehen Sie zu den geplanten Änderungen im Uni-Gesetz? Posten Sie ihre Meinung

weiterlesen ‘Rektoren-, Presse- und Ministerstimmen zum UG-Alternativentwurf’


Das MUWeblog

wird als Info-Blog vom Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien für alle MitarbeiterInnen des wissenschaftlichen Personals betrieben.

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