Eine Umfrage des Betriebsrates bestätigte, dass das Einwerben und Durchführen eines Projektes nicht nur eine wissenschaftliche sondern leider auch eine erhebliche administrative Herausforderung darstellt.
Seit 2004 müssen Drittmittelprojekte über die MUW abgewickelt werden. Zur Zeit der Umstellung musste der/die ProjekteinwerberIn trotz des Bemühens der MitarbeiterInnen der MUW-Verwaltung sehr viel Zeit und Geduld aufbringen, um all die auftretenden Anfangsschwierigkeiten zu bewältigen. Der BR wollte in einer Umfrage wissen ob sich die Situation gebessert hatte (siehe Grafik, weiter unten). Das umfangreiche Projektmeldeformular scheint in seiner inzwischen 15. Version akzeptiert zu sein. Der Arbeitsaufwand wird jedoch immer noch als sehr hoch empfunden. Bedenklich stimmt vor allem, dass sich die ProjekteinwerberInnen bei den Verhandlungen mit Förderungsgebern alleine gelassen fühlen. Sie empfinden sich als Vermittler zwischen MUW-Administration und Förderungsgeber und nicht umgekehrt. So kommt es z.B. immer noch vor, dass Rechnungen und Mahnungen an britische Firmen in deutscher Sprache geschickt werden, obwohl die MitarbeiterInnen des Forschungssupports hoch motiviert und sehr hilfsbereit sind.
Das Einwerben und Durchführen eines Projektes ist also nach wie vor mit viel administrativer Arbeit verbunden. Außerdem hat erfolgreiche wissenschaftliche Tätigkeit auch im neuen Karrieremodell nur in der Frühphase der Anstellung (vor der Überführung in eine unbefristete Stelle) einen unmittelbaren Einfluss auf die Karriere. Für erfolgreiche Projekteinwerbung braucht es jedoch einen „sound Track Record“. Entsprechend sind die meisten erfolgreichen Projektleiter schon viele Jahre an der MUW. Das Potenzial der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen kann besser eingesetzt werden, damit die MUW einen möglichst großen Anteil der Drittmittel erhält.

Folgende Verbesserungen schlägt der Betriebsrat vor:
•Erhebliche personelle Aufstockung des Forschungssupports, damit den ProjekteinwerberInnen Zeit dafür bleibt, was sie am besten können, nämlich forschen.
•Einführung allgemein gültiger Regelungen für den Umgang mit Overhead-Geldern.
•Leistungsbezogene persönliche Erfolgsprämien für erfolgreiche Projekteinreicher/Projektleiter wie dies an der Med-Uni Graz und an der WU-Wien bereits üblich ist.
R. Öhler
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