Für mehr Gerechtigkeit

Für eine neue Betriebsvereinbarung

Verehrte Kolleginnen und Kollegen,

wie die meisten von Ihnen wissen, läuft die derzeit gültige Betriebsvereinbarung für das medizinische und wissenschaftliche Personal mit 30. Juni 2013 aus. Sollte es zu keiner Einigung mit dem Rektor kommen, tritt das normale ASVG und Krankenanstaltenarbeitsgesetz (KA-AZG) in Kraft. Das würde angesichts der herrschenden Personalknappheit dazu führen, dass der ordnungsgemäße Betrieb des AKH und die medizinische Forschung und Lehre extrem gefährdet wären.

Das ist sowohl für Patienten als auch für die Studierenden und Auszubildenden nicht zumutbar. Und schon gar nicht für die Mitarbeiter, die jetzt schon am Rande der Belastbarkeit sind.

Die Vorschläge, die seitens des Rektorats (KA-AZG Vereinbarung – Brief an den Rektor und den Vereinbarungsvorschlag des Rektors ) unterbreitet wurden, können nicht akzeptiert werden, und zwar als Ganzes nicht. Sie würden, abgesehen von deutlichen Gehaltseinbussen für die meisten von uns allen, zu Leistungsreduktion im Krankenhausbetrieb führen, Forschung und Lehre noch stärker in Mitleidenschaft ziehen und in letzter Konsequenz zur Schließung von Betten führen und zur Demotivierung beitragen.

Wir alle sind uns darin einig, dass man das AKH und die Universitätsklinik nur mit ganzer Kraft und professionell – und damit mit den nötigen personellen und finanziellen Ressourcen – betreiben kann oder gar nicht. Halbe Kraft geht nicht. Und zweiteres ist nicht vorstellbar.

Es ist im Sinne des Schutzes und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle unabdingbar,  dass wir als Vertreter des medizinischen und wissenschaftlichen Personals die vorgelegten Betriebsvereinbarungsvorschläge durch die Bank so ablehnen müssen.

Besonders deutlich wird unsere Benachteiligung im Vergleich der Betriebsvereinbarungen Graz und Innsbruck. An den anderen beiden großen medizinischen Universitäten wurde die Betriebsvereinbarung schon in der letzten Runde für einen deutlich längeren Zeitraum abgeschlossen und enthält jeweils deutliche Vorteile gegenüber unser jetzt gültigen, und ist gar nicht erst zu vergleichen mit dem jetzigen Vorschlag.

Wir verschweigen auch nicht, dass wesentliche Anliegen – etwa Diversitiy-Management, anständige Bezahlung von Forschung und Lehre, Rücksichtnahme auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der älteren ÄrztInnen oder der Frauen, der alleinerziehenden Ärztinnen und der prekär angestellten MitarbeiterInnen – gar nicht erst berücksichtigt sind.

Wir verweisen auch darauf, dass die Tätigkeit des Lenkungsausschusses zur Lösung der Betriebsführungsproblematik (Bund, Stadt Wien, MedUni, AKH) bislang eher suboptimal ist. Besonders unerfreulich ist die Tatsache, dass der Betriebsrats, dessen Proteste überhaupt erst zur Einberufung dieses Lenkungsausschusses geführt haben, gleich wieder ausgeladen wurde und jetzt nicht mitreden darf.

In jedem Fall: systemische Fehlleistungen und strukturelle Fehlentwicklungen können nicht auf unseren Schultern ausgetragen werden.

Wir werden – in der Wiederbelebung von betr1ebsrat.wordpress.com– ab sofort über alle Verhandlungen, Prozesse und Problemstellungen zur Erneuerung der Betriebsvereinbarung informieren und ersuchen um breite Diskussion und Solidarität aller.

Der Betriebsrat

Warum nicht auch in Wien? In Graz wurde eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die in der Praxis funktioniert. Das sollte auch in Wien lebbar sein. Betriebsvereinbarung in Graz von 2010

Kostenattraktivität und Gerechtigkeit

Die Vorschläge des Betriebsrates

Wir haben – übersichtlich und begründet – zusammengefasst, wie wir uns eine gerechte, flexible und lebbare Betriebsvereinbarung vorstellen können. Wir laden zur offenen Diskussion.

Präsentation der Betriebsversammlung vom 18. März 2013

Präsentation des KA-AZG

Vom Gespräch zum Konflikt?

Bereits Ende des Jahres 2012 setzten die ersten Sondierungsgespräche mit dem Rektorat ein. Was von uns als Meinungsaustausch gedacht war, wurde vom Rektorat postwendend in eine Form von Statement und „Brevier“ umgemünzt.

Unsere Thesen zu Beginn waren und sind: vernünftige, kürzere Arbeitszeiten, mehr Raum für Forschung und Lehre. Vor allem: adäquate Bezahlung für die Lehr-  und Forschungstätigkeit. Und eine Verbesserung des Arbeitsumfeldes. Umsetzung des Projektes „Diversity Management“: Rücksichtnahme auf die älteren ArbeitnehmerInnen und auf die Alleinerziehenden, auf Jungfamilien.

Offensichtlich war das naiv von uns. Ehrlichkeit ist nicht „in“. Denn der Rektor ging auf alles ein. Scheinbar. Er reizte alle juristischen Möglichkeiten aus. Das Resultat: erschwertes Arbeitsumfeld, weniger Netto und Gefährdung des klinischen Betriebes, aber auch der Forschung und Lehre. Ein inakzeptabler Entwurf.

Wir haben alle Schritte chronologisch dokumentiert.

Mitteilung des Betriebsrates vom 11. März 2013

Mitteilung des Betriebsrates vom 18. März 2013

Mitteilung des Betriebsrates vom 2. April 2013

Mitteilung des Betriebsrates vom 16. April 2013

Mitteilung des Betriebsrates vom 29. April 2013

Forschung ist kein unbezahlter Freizeitjob

Forschungstätigkeit muss anerkannt und bezahlt werden

Die medizinischen MitarbeiterInnen der MedUni Wien sind zu Forschungstätigkeit und zu Lehre „verpflichtet“, wie es so schön heißt. Der Klinikalltag ist anders: Forschung und Lehre werden immer stärker an den Rand gedrängt, viele Forschungsprojekte müssen in die – unbezahlte – Freizeit verlagert werden.

Die Vorbereitungszeiten für die Lehre und die praktische Auseinandersetzung mit den Studenten sind zu kurz, von individuellen Dialogen gar nicht erst zu reden. Dazu fehlen zeitliche und finanzielle Ressourcen.

Müssten sie aber nicht.

Was der Betriebsrat fordert, ist nichts anders als das, was im Gesetz steht. Dass an der MedUni Wien geforscht und gelehrt werden muss, Forschungstätigkeit auch dementsprechend bezahlt werden muss, ist wohl selbstverständlich.

Auch der Rektor hat – im offensichtlichen Widerspruch zu seinen aktuellen Spar- und Kappungsplänen – immer wieder darauf hingewiesen, dass nicht so sehr die ärztliche Tätigkeit als die Forschung und die Lehre im Vordergrund stehen sollten. Dann soll auch Dr. Schütz dazu stehen. Und nicht auch noch an den Gehältern sparen. Übrigens: Die Leistungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und dem Rektor am 08.01.2013 unterschrieben.

Wir wollen:

  • Faire Arbeitsbedingungen und Vorbereitungszeiten für Lehre und Forschung bei adäquater Bezahlung.
  • Weniger unqualifizierte Tätigkeiten, die durch andere Kräfte erledigt werden.
  • Generell weniger Belastung  Die meisten sind ohnehin an die Leistungskapazitäten gestoßen.

Alles andere ist für den Betriebsrat im Rahmen der neuen Betriebsvereinbarung nicht tolerierbar. Es geht auch um die Sicherheit unserer KollegInnen: finanziell, vertraglich und in ihrem Arbeitsumfeld.

Konstituierende Sitzung neuer Betriebsrat

“Seien wir realistisch, verlangen wir das Unmögliche!”
<Graffito an einer der Mauern der Sorbonne 1968>

Werte LeserInnen und Leser,

heute nachmittags, 5.12.2012, wird die konstituierende Sitzung des neuen Betriebsrats stattfinden.

Dieser Blog des “alten” Betriebsrats wird weiterhin (unveränderbar) im Internet als Archiv bestehen bleiben.

Falls die alte Domain http://muw-betriebsrat.at nicht mehr gültig sein wird, wird dieser Blog trotzdem unter http://betr1ebsrat.wordpress.com (Achtung: Ziffer 1 statt Buchstabe i in “betr1ebsrat”) bestehen bleiben.

Es war spannend, die letzten 5 Jahre für Sie an BR-Zeitung (ca. 3500 Stück pro Ausgabe) und BR-Blog (max. 400 StammleserInnen in den Kampagnenintervallen, bei über 94 000 Zugriffen) zu arbeiten.

Mit besten Wünschen für die kommenden arbeitspolitisch heißen Monate, K.Heimberger

Mitglieder des gewählten Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal

Liste 1 – GAKU

Liste 2 – AMM

1. HOLZINGER Anita

1. STRASSER Ingwald

2. SZEKERES Thomas

2. BERLAKOVICH Gabriela

3. BONDERMAN Diana

3. GABRIEL Harald

4. HERBST Ruth

4. KNAUS Anna

5. PRETTERKLIEBER Mich.

 

6. MAROSI Christine

Ersatzmitglieder:

Ersatzmitglieder:

5. KAPUSTA Nestor

7. HÜPFL Michael

6. KINACIYAN Tamar

8. BARTUNEK Anna

7. ZAUNER Christian

9. KASTL Stefan

8. MOSSAHEB Nilufar

10. ZINS Karin

11. WINDISCHBERGER Chr.

12. DADAK Christian

————

Liste 3 – Vereinigung Aktiv

Liste 4 – Assistenteninitiative

1. BIRNER Peter

1. RADNER Helga

2. WIDHALM Georg

2. ANDREAS Martin

3. SILLER-MATULA Jolanta

 

4. BARTEL Gregor

5. PERKMANN Thomas

6. HOFMANN Michael

7. PLISCHKE Max

8. BÖHM Judith

Ersatzmitglieder:

Ersatzmitglieder:

3. BAUMGARTNER Wolf

9. HUMENBERGER Michael

4. SCHOPPMANN Sebastian

10. SEVELDA Florian

11. PEMP Berthold

12. FORSTER Johannes

13. ADELMANN   Dieter

14. ÖZSOY Mehmet

15. WIBMER Andreas

16. RIEGERSPERGER Markus


MedUni Wien Blog

wird als Info-Blog vom Betriebsrat der Medizinischen Universität Wien für alle MitarbeiterInnen des wissenschaftlichen Personals betrieben.

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